Als Rentner in die Armut – sozial gerecht?

Heute geht es um meinen Beitrag zu meiner eigenen Blogparade, die den Titel „Soziale Gerechtigkeit“ trägt.
An dieser Stelle möchte ich noch mal alle Blogger einladen mitzumachen!

Eigentlich wollte ich über ungleiche Löhne schreiben. Aber wo fängt man an und wo hört man auf?
Ja, es ist einfach mehr als unfair, dass wichtige Berufsgruppen viel zu schlecht bezahlt werden. Vielen Menschen reicht ihr Gehalt jetzt schon vorne und hinten nicht aus. Die Gründe sind vielfältig, vielleicht sogar in Teilen selbst verschuldet.

Dabei ist der aktuelle Lohn aber nur die Hälfte des Problems. Die andere Hälfte ist die Rente!
Denn, wenn das Geld jetzt schon nicht reicht, was ist dann erst mit der Rente?
Wie soll das Leben im Alter aussehen, wenn das Geld jetzt schon fehlt?

Die Altersarmut droht

Die Rente wird viele Arbeitnehmer in die Altersarmut stürzen. Viele Arbeitnehmer die jetzt 35-40 Jahre gearbeitet haben, täglich aufgestanden sind, sich Jahrzehnte durch den Schichtdienst gekämpft haben …
Ja die, die werden auf einen Schlag nicht wesentlich besser dastehen als mit Mindestrente oder Grundsicherung.
(*Sarkasmus: An*) Zwei tolle Werkzeuge (*Sarkasmus: Aus*) der Bundesregierung, die viele Rentner benötigen werden. Doch, was steckt hinter diesen Begriffen?

Die Grundsicherung

Die Grundsicherung ist quasi die Sozialhilfe für alte Menschen. Der Anspruch auf die Grundsicherung ist unabhängig von den gesammelten Rentenpunkten.
Also im Klartext: Die Grundsicherung im Alter kann jeder beantragen, unabhängig ob und wie lange er berufstätig war.

Die Mindestrente

Eine Mindestrente soll vor allem Arbeitnehmer absichern, die lange im „Niedriglohnsektor“ gearbeitet haben.
Also für alle, die 35 Jahre oder länger gearbeitet haben und beim Renteneintritt feststellen, Scheiße, die Rente reicht vorne und hinten nicht.
Die Mindestrente soll, wie der Name schon sagt, einen Mindestbetrag an Rente garantieren.

Jetzt wird es lustig

Nun muss man unterscheiden. Grundsicherung im Alter ist eine Sozialleistung, die beantragt werden muss und ähnlich zu Harz 4 ist. Die Höhe der Grundsicherung ist abhängig vom Grundsicherungsbedarf. Abgesichert wird der Lebensunterhalt, die Kosten für Wohnung und Heizung, die Kranken- und Pflegeversicherung sowie Versicherungsbeiträge. Man geht hier von rund 800 Euro im Monat aus.

Warum gibt es die Grundsicherung im Alter? Weil nicht jeder einen Rentenanspruch hat. Beamte, Richter, Selbstständige, Minijobber, … alles Personenkreise ohne Rentenanspruch. Und natürlich all die, die die Anforderungen für die Mindestrente nicht erfüllen.

Die Mindestrente, Solidarrente oder Lebensleistungsrente, die seit einiger Zeit von der Politik heftig diskutiert wird, sollen nur Arbeitnehmer erhalten, die mindestens 35 Jahre in die Rente eingezahlt haben.
Sie soll vor allem Niedriglöhnern helfen, eine höhere Rente zu erhalten. Auch für Frauen ist diese Mindestrente eine Absicherung, die z.B. durch Kindererziehung, eine längere Berufspause eingelegt haben.

Frau Nahles möchte allen, die 35 Jahre Rentenpunkte gesammelt haben natürlich entgegenkommen. Leistung soll sich schließlich lohnen 😉
Die Politik stellt Arbeitnehmern, nach 35 Arbeitsjahren eine 10% über der Grundsicherung liegende Mindestrente in Aussicht (Quelle: Focus.de).
10% klingt viel. Doch 10% von was?
Die Grundsicherung liegt aktuell bei rund 800 Euro (Quelle: Süddeutsche).

Die Mindestrente nach 35 Berufsjahren

Hast du nun 35 Jahre lang in einem Job geschuftet, bei dem nichts rum gekommen ist, darfst du dich im Alter entspannt zurücklehnen. Dank Mindestrente bekommst du ~80 Euro mehr, als die, die ihr Leben lang bereits entspannt zurückgelehnt waren.

Hammer oder? 35 Jahre schuften, für ~80 Euro mehr monatlich. Das wird als sozial gerecht angesehen.
Und ab 2023 reichen 35 Jahre nicht mehr aus. Dann sollen es bereits 40 Berufsjahre sein.

Klingt das für dich nach Verarschung? Natürlich! Es IST Verarschung!
Denn du hast das Kleingedruckte nicht gelesen.
Würdest du die Grundsicherung erhalten, hättest du zwar 80 Euro weniger im Monat ABER du wärst ein „Sozialhilfefall“. Du wärst von der GEZ befreit, würdest Ermäßigungen beim öffentlichen Nahverkehr erhalten, könntest Zuschüsse und Beihilfen beim Sozialamt beantragen und und und.

Aber sobald du die 80 Euro mehr hast und du dich dann „Mindestrentner“ schimpfen kannst, ja dann, Pustekuchen.
Dann bist du kein Sozialhilfefall und kannst schön für dein eigenes Leben sorgen.
Mit 880 Euro (oft wird auch von 850 Euro gesprochen, die Linken und Grünen fordern 1050 Euro) Mindestrente bist du dann aber offiziell trotzdem arm. Denn die Armutsgrenze liegt aktuell bei ca. 979 Euro (für allein lebende Singles, Quelle: cecu.de).
Einzig die Grünen und Linken möchten, dass die Mindestrente ÜBER der Armutsgrenze liegt. Und das für Arbeitnehmer, die 35 Jahr oder länger gearbeitet haben.
Das ist aber nur die Spitze des Eisberges, denn jeder von uns, wird verarscht!

Wie du bei der Rente in 7 Schritten verarscht wirst

Du denkst, dass alles betrifft, nur die Tagelöhner? Die Straßenkehrer und Pflegehelfer?
Dann lass uns den Spieß doch mal umdrehen.

Schritt 1 – Eine gute Rente gibt es nur mit sehr hohen und dauerhaften Löhnen

Angenommen du willst eine Rente von 2000 Euro (brutto) monatlich haben. Was müsstest du konstant verdienen und wie lange müsstest du dafür arbeiten?

Schätz mal!

Du müsstest 45 Jahre lang, bei einem konstanten Gehalt von 4500 Euro brutto, arbeiten (Quelle: Focus Money). Heftig oder?

Ein Student, der mit 25 Jahren ins Berufsleben startet, müsste dann bis zum 70. Geburtstag arbeiten. Nicht nur bis 70 arbeiten, nein, auch konstant 4500 Euro brutto verdienen. Da kommt Freude auf, was?

Aber seien wir mal ehrlich, wer bitte verdient denn 4500 Euro brutto im Monat? Auch ein Studium per se ist kein Garant. Wir reden hier über ein Jahresgehalt von 54.000 Euro. Schaut mal bei absolventa.de, die Median-Gehälter nach Branchen an.

Nun wird die Argumentation kommen, das sind ja nur die Einstiegsgehälter. Die verdienen bald alle viel mehr. Sicher?
In Deutschland haben wir ca. 20. Millionen Rentner. Wie viele von diesen Rentnern haben 2000 Euro Rente bekommen (Stand 2015)?
Machen wir es kurz. Es waren 100.000 Rentner die 2000 Euro oder mehr Rente erhalten haben, bei über 20 Millionen Rentnern!! Das sind 0, 5% aller Rentner.

Wie die Realität schon heute aussieht

Der Durchschnitts-Deutsche ist von den 4500 Euro monatlich so weit entfernt, wie Trump von gutem Benehmen. Denn der Durchschnitts-Deutsche kam 2016 nur auf ~3000 Euro brutto monatlich (Quelle: Focus). Der Artikel geht sogar noch weiter ins Detail und stellt fest, dass jeder Dritte weniger als 2400 Euro verdient.
Und nur um das festzuhalten, bei den Zahlen geht es um Vollzeitjobs. Da sind Studentenjobs und Teilzeitarbeit gar nicht mit drin!

Damit kann der Durchschnitts-Deutsche mit 67 Jahren in Rente gehen und erhält 1360 Euro brutto Rente!
Und das ist auch nur eine aktuelle Schätzung der deutschen Rentenversicherung.

Schritt 2 – Die Durchschnittsrente liegt jetzt schon nur knapp über Harz 4 Niveau

Schon heute liegt bei fast 50% aller Neu-Rentner die Rente nahe dem Harz-4 Niveau (Quelle: Bild). Nicht dass ich das Harz-4 Niveau für niedrig halte aber heftig finde ich das schon. Da hast du 35-40 Jahre lang gearbeitet und der Gesellschaft gedient und darfst dann in deinen wohlverdienten Ruhestand. Nur um dann festzustellen, dass ein Sozialhilfeempfänger nur unwesentlich schlechter aufgestellt ist.

Das ist doch traurig! Und die Tendenz ist weiter fallend.

Überlege mal, jeder zweite Rentner ist betroffen.
Die Durchschnittsrente 2016 betrug 1231 Euro (West) und 1217 Euro (Ost) (Quelle: einfach-rente.de). Sind das nicht tolle Aussichten?

Schritt 3 – Das Rentenniveau wird einfach weiter gesenkt

Macht nichts, denkst du? Auf deinem Rentenbescheid steht ein höherer Betrag? 1600 Euro vielleicht? Vielleicht sogar 1800 Euro?

Dann würde ich mich nicht zu früh freuen. Denn es geht steil bergab!

Im Jahr 2000 hatte jeder Rentner 4,13 Beitragszahler. Also für jeden Rentner sind 4,13 Arbeitnehmer morgens aufgestanden und zur Arbeit gegangen.
Im Jahr 2020 arbeiten nur noch 2,87 Beitragszahler für jeden Rentner.
Und im Jahr 2040 werden es noch 1,90 Beitragszahler sein, die für die Rente jedes Rentners aufkommen müssen.

Verhältnis Beitragszahler zu Rentnern
Verhältnis Beitragszahler zu Rentnern (Quelle: BVI.de)

Immer weniger Arbeitnehmer sollen immer mehr Rentner versorgen. Zudem mit der Mindestrente weitere Gruppen absichern, die wenig dazu beigetragen haben.
Wie soll das gehen? Die umlagefinanzierte Rentenversicherung, wie wir sie heute kennen, kann und wird nicht mehr lange zu finanzieren sein.

Der Staat weiß das natürlich schon längst, denn der Staat ist ja nicht doof.
Frau Nahles weiß, dass das Geld für die Rente irgendwo herkommen muss. Also, was macht eine kluge Frau in so einem Fall?

Richtig! Einfach die Rente senken. Aktuell liegt das Rentenniveau bei 48% und wird bis 2030 auf 43% gesenkt.

Das ist ein logischer Schritt. Hat man weniger Geld in der Tasche, dann gibt man einfach weniger Geld aus. Das heißt, die durchschnittliche Rente wird weiter immer kleiner werden.

Schritt 4 – Man erhöht die Steuern auf die Rente

Nach dem Absenken des Rentenniveaus auf 43% hat Frau Nahles noch einmal nachgerechnet (seien wir ehrlich, das wird die nicht selbst gerechnet haben) und festgestellt: „Scheiße, das reicht ja immer noch nicht“.
Auch das Rentenniveau von 43% kann sich der Staat nicht mehr leisten. Was also tun?

Das Rentenniveau noch weiter senken? Das wäre politischer Selbstmord!
Den Arbeitnehmern einfach den Rentenbeitrag erhöhen? – Ist in Arbeit, aber er soll noch bis 2022 konstant bleiben (Wer will wetten, dass das nicht passieren wird?). Aktuell liegt er bei 18,7% und Frau Nahles spricht schon von 22%, die wir Arbeitnehmer bald abdrücken dürfen.
Also, Rentenbeitrag erhöhen, kommt wohl erst 2022. Was kann man sonst noch machen?
Richtig! Einfach die Steuern erhöhen.

2005 musste ein Rentner nur 50% seiner Rente versteuern. Seither wird jährlich an dem steuerfreien Anteil genagt. 2010 waren es nur noch 40%, 2020 werden es nur noch 20% sein und ab 2040 muss ein Rentner seine Rente zu 100% versteuern. BÄHM! (Quelle: Einfach-Rente.de)

Steuererhöhung auf die Rente
Steuererhöhung auf die Rente (Quelle: einfach-rente.de)

Nicht nur, dass wir statt 48% nur noch 43% bekommen, wir dürfen sogar noch die gesamte Rente versteuern. Wäre das Comedy, würden die Leute jetzt klatschen!

Noch mal zum Mitschreiben. Du erhältst WENIGER Rente und musst auf dieses WENIGER gleichzeitig MEHR Steuern zahlen. Ist das nicht fair?

 

Schritt 5 – Die Abzüge der Rente

Wir haben bereits gelernt, dass das Rentenniveau sinkt, die Rente mit 100% steuerpflichtig wird und der Rentenbeitrag bald auf über 20% steigen wird.

Alles nicht rosig. Alles zu deinem Nachteil und es geht munter weiter.
Deine Rente, die dir auf deinem Rentenbescheid angepriesen wird, ist deine Bruttorente. Das ignorieren auch viel zu viele. Was davon netto übrig bleibt, schreibt dir der deutsche Rentenversicherungsbund natürlich nicht auf den Zettel. Denn das könnte ja Unmut auslösen.
Aber was wird denn nun alles abgezogen?

Gehen wir von 1500 Euro versprochener Brutto-Rente aus. Dann darfst du grob mit folgenden Abzügen rechnen:

  • Steuer-und Soliabzug: 132,49 Euro
  • Krankenkassenbeitrag auf Altersrente: 109,50 Euro
  • Pflegeversicherung: 38,25 Euro

Deine Nettorente beträgt dann 1.219,76 Euro.
Bis das Geld bei dir auf dem Konto ist, haben sich also bereits 300 Euro in Luft aufgelöst. Könnte man auf dem Rentenbescheid ruhig mit angeben. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Aus einer Bruttorente von 2000 Euro, wird eine Nettorente von 1545 Euro. Das Ganze kannst du hier nachrechnen. Ich bin von einem Rentenstart in 2045 ausgegangen.

Schritt 6 – Der Witz mit der Rentenerhöhung

Auf jedem jährlichen Rentenbescheid findet jeder Arbeitnehmer die Information, wie sich die Rente erhöht, wenn sie jährlich um 1% und um 2% steigt. Diese Zahlen sehen schon besser aus, nicht wahr?
Sogar der deutsche Rentenversicherungsbund geht von einer „guten wirtschaftlichen Entwicklung“ aus.
Selbstverständlich bekommen wir das nicht schriftlich!

Schau dir mal die Rentenanpassungen von 1995-2016 an. Das sind 22 Jahre an historischen Daten. Gerade mal in 5 Jahren wurde die Rente in Westdeutschland um 2% oder mehr angepasst. In 5 von 22 Jahren!! Demgegenüber stehen 4 Jahre in denen überhaupt keine Steigerung erfolgte und 8 Jahre, wo die Steigerung unter 1% lag.
Und jetzt lege mal die Inflationstabelle daneben und schaue nach der tatsächlichen Rentenerhöhung … da bleibt nicht soooo viel übrig, „gute wirtschaftliche Entwicklung“ hin oder her. Das ist Verarschung!

Rentenbescheid - Steigerung
Rentenbescheid – Steigerung

Wer glaubt, die Rente steigt jährlich um 2%, dem ist echt nicht mehr zu helfen.

Die Zeit schreibt, dass 2030 bereits ein Verhältnis von Rentner zu Arbeitnehmer von 1 zu 1 erreicht sein könnte. Zudem stehen die ganzen geburtenstarken Jahrgänge (ab 1960) in den Startlöchern zu Rente. Wie soll da eine konstante Steigerung der Rente möglich sein?

Schritt 7 – Die Inflation

Wenn der Groschen bei dir immer noch nicht gefallen ist. Dann kommen wir nun zum letzten Punkt, der alles zunichtemacht. Die Inflation!

Wer seinen Rentenbescheid genauer gelesen hat, findet sogar eine kleine Warnung zur Inflation. Dies ist nicht im Kontext der Rente angegeben, sondern unter dem Absatz „Zusätzlicher Vorsorgebedarf“. Hier findet sich der Satz: „Bei der ergänzenden Altersvorsorge sollten Sie – wie bei Ihrer zu erwartenden Rente – den Kaufkraftverlust beachten“.
Da weiß doch jeder gleich, was er zu tun hat oder?

Rentenbescheid - Angabe zur Inflation
Rentenbescheid – Angabe zur Inflation

Angenommen dein Rentenbescheid sagt dir aktuell eine Rente von 1600 Euro voraus. Und damit bist du zufrieden. Dann ist das schön. Aber nur im hier und jetzt.

Der Rentenbescheid sagt dir nämlich, dass du die 1600 Euro nicht heute bekommst. Sondern erst in 30 Jahren. Oder in 35.

Lass mich dir wieder eine Frage stellen. Was sind die 1600 Euro in 30 Jahren wert, wenn die Inflation bei 2% pro Jahr liegt?
Die meisten schätzen die Kraft der Inflation völlig falsch ein. Was vermutest du? 1300 Euro? 1100?
Vielleicht bleiben auch nur 1000 Euro übrig?

Nach 30 Jahren haben unsere heutigen 1600 Euro nur noch eine Kaufkraft von 883 Euro.
Die Inflation hat mal eben knappe 45 Prozent der Kaufkraft vernichtet.

Die letzten 10 Jahre lag die Inflation bei 1,4% pro Jahr. Niedriger als die 2%. Wenn man die obige Rechnung mit 1,4% Inflation durchführt, sind die 1600 Euro nach 30 Jahren noch 1054 Euro Wert.
Ich will gar nicht um die Prozentpunkte streiten. Ich will dir nur verdeutlichen, dass die Inflation immer gegen dich arbeitet. Was sich heute noch nach „ausreichend“ anfühlt, wird sich in 30-40 Jahren ganz anders anfühlen.

Alarmstufe Rot

Bei jedem Arbeitnehmer müsste also „Alarmstufe Rot“ herrschen.
Ja, wirklich. Ernsthaft!

Kaum einer wird von der staatlichen Rente alleine mehr leben können. Aber kaum einer macht sich das bewusst.

Auf Statista habe ich eine Umfrage gefunden, bei der Arbeitnehmer gefragt wurden, was sie glauben, später an Rente zu erhalten. 15% aller Arbeitnehmer denken, sie würden 90-100% ihres aktuellen Nettolohns als Rente erhalten.
Mit der nächsten Gruppe glauben insgesamt 31% der Befragten, sie erhalten 80-100% ihres Nettolohns als Rente. Das ist fast jeder Dritte!
Schau dich mal im Büro um, zähl mal durch. Fast jeder hat einen Träumer bei sich im Zimmer sitzen 🙂

Nur 4% !!!! der Befragten schätzen die Lage realistisch ein und gehen von 50% und weniger aus.

Alleine in 2016 musste der Staat bereits 83 Milliarden! Euro in die Steuerkasse zuschießen. Tendenz stark steigend! In 2020 wird der Bund über 100 Milliarden Euro zuschießen müssen (Quelle: handelsblatt).
Der Rententopf kann sich schon heute nicht mehr alleine finanzieren!!!

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Fazit

Ich glaube nicht, dass sich das jetzige Rentensystem noch 20-30 Jahre tragen kann. Privat für seine Rente vorzusorgen ist wichtiger denn je. Traurig, dass so wenige verstanden haben, wie wichtig dieses Thema ist.

In diesem Artikel habe ich folgende Punkte zusammengetragen:

  • Für eine hohe Rente brauchst du ein dauerhaft sehr hohes Gehalt. Doch der Durchschnittslohn liegt nur bei 3000 Euro brutto im Monat.
  • Schon heute liegt bei fast jedem zweiten Rentner, die Rente nah am Harz-4 Niveau.
  • Das Rentenniveau wird weiter gesenkt, auf 43%.
  • In Zukunft muss die Rente zu 100% versteuert werden.
  • Die Rentenbeiträge werden bald steigen.
  • Bald kommen nur noch 1,9 Arbeitnehmer (oder weniger) für einen Rentner auf.
  • Die Rente ist immer brutto und unterliegt weiteren Abzügen.
  • Die „versprochene“ Rentenerhöhung ist ein Witz, die Historie der Rentenanpassung ist eher mau.
  • Die Inflation arbeitet immer gegen dich und ist im Rentenbescheid NICHT mit einberechnet.

Und trotzdem schreibt der deutsche Rentenversicherungsbund jedes Jahr auf deinen Rentenbescheid, was wäre, wenn die Rente um 2% jährlich steigt.
Warum? Wie kommen die darauf? An so eine konstante Steigerung zu glauben ist lächerlich und naiv. Auch diese kleine, beiläufige Erwähnung des „Kaufkraftverlustes“ ist völlig kontraproduktiv. Warum wird in diesem Schreiben, nicht ganz schonungslos die Wahrheit geschrieben? In ganz einfachen Worten? So ist doch niemandem geholfen?

Ich freue mich sehr über eure Meinung zu dem Thema und natürlich auch, wenn ihr diesen Artikel teilt. Danke!

 

 

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10 Gedanken zu „Als Rentner in die Armut – sozial gerecht?

  • 14. Oktober 2017 um 14:48
    Permalink

    Hallo Sebastian,

    ich muss sagen das ist ein wirklich großartiger und gut recherchierter Artikel zum Thema Rente.
    An sich wäre die schlechte Vorsorge durch die Rente kein Problem, wenn die Leute davon wüssten. Mir war auch nicht bewusst, dass so wenige Menschen wissen, wie schlecht es eigentlich wirklich um die Rente steht. Der Staat tut auch alles dafür, dass die Menschen das nicht rausfinden. Was denkst Du wären wohl die Reaktionen, wenn 50 % der arbeitenden Bevölkerung von diesen Fakten wüssten?
    Das käme wahrscheinlich einer Revolution gleich.

    Wenn Du 2000 Euro Brutto verdienst, darfst Du (inklusive Arbeitgeberbeiträge, die Du ja auch erwirtschaften musst) jeden Monat über 400 € in die Rente einzahlen. Und am Ende wird die erhaltene Rente daraus bei unter 1000 € nach heutiger Kaufkraft liegen. Da würde ich mich auch verarscht vorkommen.

    Bei einem Arbeitsleben von 40 Jahren, würden damit bei konstanten Einnahmen 192.000 € in die Rentenkasse eingezahlt werden. Würde ich diese Summe jeden Monat in den Aktienmarkt investieren, hätte ich nach 40 Jahren (bei 5 % Rendite) knapp 600.000 €.
    Davon könnte ich mir nach der 4 %-Regel jeden Monat 2.000 € Brutto auszahlen lassen udn würde mein Vermögen noch nichtmal reduzieren. Klar ich muss dabei noch Steuern und Inflation berücksichtigen, doch es würde bereits mehr als das doppelte rauskommen als bei einer normalen Rente und ich habe zusätzlich noch ein großes Vermögen aufgebaut.

    Die Devise lautet also: Nicht auf den Staat verlassen.

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antwort
    • 15. Oktober 2017 um 0:12
      Permalink

      Ja Dominik,

      du hast recht. Das ist auch immer das, was ich so seltsam finde: Beim Rentensystem mit seinem Kapitalverzehr springt am Ende weniger Rente raus als beim Aktiensparen ohne Kapitalverzehr. Ich bin der Auffassung, dass man sich dann die Rente, so wie sie heute ist, auch schenken kann. Dann doch lieber eine steuerfinanzierte Rente, die alle finanzieren und alle empfangen. Wenn ich dann Leute wie Blüm höre, die von der „Belohnung für Lebensleistung“ reden… Das ist nicht die Aufgabe des Staates und eines staatlichen Rentensystems. Aufgabe eines staatlichen Rentensystems ist es, den Rentnern einen kleine Rente zukommen zu lassen, damit die nicht in der Gosse liegen müssen. Wer in seinem Leben etwas leistet, kann sich doch selber belohnen.

      Ich bin nun seit 2008 erwerbstätig. Hätte ich damals über meine Rentenbeiträge selber verfügen können und schon alles in Aktien gesteckt, inklusiv AG-Beitrag, ich hätte jetzt schon über 100000 € mehr im Depot und ca. 1000 € brutto an Dividendeneinnahmen pro Monat. Die Politik müsste sich nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, was mir finanziell alles zustoßen könnte.

      Ich bin auch der Meinung, dass wir die Arbeitslosenversicherung nicht mehr brauchen, wie sie heute ist. Sollen die Leute doch selber Arbeitslosenversicherung spielen und Geld zurücklegen.

      Die einzig vernünftige Sozialversicherung, die ich auf meiner Gehaltsabrechnung ablesen kann, ist die Krankenversicherung und auch die kann man verschlanken, indem man den Leuten anbietet, Leistungen gegen eine Verringerung des Entgeltes rauszunehmen.

      Antwort
      • 15. Oktober 2017 um 13:13
        Permalink

        Moin Couponschneider,

        auch ich bin eurer Meinung. Ich würde auch gern meinen und den Arbeitgeberanteil des Rentenbeitrages selber verwalten und anlegen. Nur leider kümmern sich die meisten Arbeitnehmer überhaupt nicht um ihre Geldanlage. Was soll mit Ihnen im Alter passieren?
        Oder was ist mit den ganzen Arbeitslosen, Mini-Jobbern, Lebenskünstler und 1-Euro-Jobbern? Mit was sollen die ihre Rente aufbauen?
        Natürlich kommt nun wieder der Kommentar, sollen die sich bessere Jobs suchen, sich Weiterbilden usw usw. Das ist aber nur leider alles völlig an der Realität vorbei.

        Auch mir ist das alles viel zu „sozial“. Immer nur soll der Staat helfen, niemand ist mehr für sich selbst verantwortlich.
        Ich seh es schon kommen. Wahrscheinlich werden wir im Alter noch bestraft, weil wir selbst für unsere Rente gesorgt haben. Die Politik wird sich bestimmt weitere Steuern und Abgeben für „gutbürgerliche“ Rentner überlegen, da bin ich mir sicher.

        Schöne Grüße
        Sebastian

        Antwort
    • 15. Oktober 2017 um 12:46
      Permalink

      Hi Dominik,

      vielen Dank für dein Kommentar. Und ja, wenn die Arbeitnehmer wirklich verstanden hätten, was der Staat mit ihrer Rente macht, hätten wir sicher unschöne Wahlergebnisse bei der nächsten Wahl.

      Aber das Motto sollte wirklich sein, nicht auf den Staat verlassen!

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
  • 14. Oktober 2017 um 20:57
    Permalink

    Rentenzahlbeträge sind deutlich gesunken : Neurentner bekommen weniger als im Jahr 2000
    In den vergangenen 15 Jahren haben die Rentner in Deutschland einen weit höheren Kaufkraftverlust erlitten als vielfach angenommen. Vor allem Neurentner sehen alt aus.

    von Rainer Woratschka

    Immer weniger. Gemessen an der Kaufkraft hatten die Rentner in den vergangenen Jahren enorme Einbußen zu verkraften.
    Die Rentenzahlungen für Neurentner mit langen Versicherungszeiten sind zwischen 2000 und 2015 um fast 17 Prozent gesunken. Darauf hat der Koblenzer Professor für Statistik und empirische Sozialforschung, Gerd Bosbach, hingewiesen. Um die Kaufkraft ihrer Altersbezüge im Jahr 2000 zu erreichen, hätten sie ihm zufolge im vergangenen Jahr über 50 Prozent mehr Rente bekommen müssen.
    Mit seinen Angaben bezieht sich der Wissenschaftler auf die im Oktober 2016 veröffentlichten Zeitreihen der Deutschen Rentenversicherung. Demnach sanken die Rentenzahlungen zwischen den Jahren 2000 und 2015 für Neurentner mit Versicherungszeiten von mehr als 35 Jahren im Schnitt von 1021 auf 848 Euro im Monat. Das ist ein Minus von 16,9 Prozent. Im gleichen Zeitraum stiegen die Preise um 24,7 und das Bruttoinlandsprodukt um 18,3 Prozent.
    Auch Bestandsrentner erlitten ein enormes Minus
    Auch die sogenannten Bestandsrentner mit mehr als 35 Versicherungsjahren hätten gemessen an der Kaufkraft ein enormes Minus zu verkraften gehabt, sagt Bosbach. Um die Preissteigerungen in diesem Zeitraum ausgeglichen zu bekommen, hätten sie im Jahr 2015 gut 21 Prozent mehr Rente bekommen müssen. Nominal stiegen ihre Bezüge zwischen 2000 und 2015 zwar geringfügig, das Plus betrug jedoch lediglich 2,8 Prozent. Im Schnitt erhöhte sich die Rentenzahlung für diese Gruppe pro Person von 1048 auf 1078 Euro im Monat.
    Bei beiden Rechnungen sei eine Beteiligung an der realen Wirtschafts- und Wohlstandsentwicklung noch gar nicht enthalten, betonte der Mathematiker. Einschränkend sei zwar zu berücksichtigen, dass die Struktur der Bestandsrentner im Jahr 2000 eine andere gewesen sei als 15 Jahre später. An dem schweren Kaufkraftverlust, den die Rentner erlitten hätten, ändere sich dadurch aber grundsätzlich nichts. Bosbach: „Der alleinige Blick auf die Absenkung des Rentenniveaus in der Debatte verharmlost die Lage der Rentner massiv.“
    Gerade Ärmere haben oft nur ihre gesetzliche Rente
    Als Gründe für den Sinkflug der gesetzlichen Renten nennt der Statistikexperte den Ausbau des Niedriglohnsektors, geringe Lohnerhöhungen bis 2013 sowie hohe Arbeitslosenquoten seit dem Jahr 1991.
    Zwar hätten Menschen im Alter oft noch andere Einkunftsarten, räumt er ein. Doch gerade ärmere Rentner seien vielfach nach wie vor allein auf ihre gesetzliche Rente angewiesen.
    Das belegten auch die wachsenden Armutsgefährdungsquoten: Für die Menschen ab 65 sei diese Quote zwischen 2000 und 2015 von 11,0 auf 14,6 Prozent, für Rentner und Pensionäre von 10,7 auf 15,9 Prozent gestiegen. Die Armutsgefährdungsquote aller in Deutschland dagegen erhöhte sich im gleichen Zeitraum nur um einen Prozentpunkt – von 14,7 auf 15,7 Prozent.

    Antwort
    • 15. Oktober 2017 um 13:14
      Permalink

      Hi Müller,

      vielen Dank für den interessanten Text.
      Eine schöne Ergänzung zu meinem Artikel!

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
  • 14. Oktober 2017 um 21:49
    Permalink

    Hallo Sebastian,

    ein eigentlich toller Artikel, der jedoch meiner Meinung nach zu kurz greift.
    Zwar benennst Du alle relevanten Fakten zur gesetzlichen Rente, hinterfragst diese leider nicht und gehst auch nicht auf die Hintergünde ein.
    Es ist schlimm, wie die Zukunft der gesetzlichenRent aussieht, jedoch finde ich es noch schlimmer, dass dies rein politisch gewollt ist und dahinter gar keine (bzw. kaum) mathematische Notwendigkeit steckt.
    Ein Beispiel: die Lobpreisung der privaten Vorsorge. Das Geld fließt, egal ob in der gesetzlichen Rentenversicherung oder im kapitalgedeckten System, immer von der arbeitenden Bevölkerung zu den Ruheständlern. Denn sowohl in der gesetzlichen Rente als auch im kapitalgedeckten System erwerben die Versicherten Ansprüche auf Teilhabe an der künftigen Wirtschaftsleistung. Im gesetzlichen System passiert das, indem sie Rentenpunkte sammeln. Im kapitalgedeckten System, indem die Assekuranzen Aktien, Immobilienfonds oder Staatsanleihen erwerben. Im gesetzlichen Rentensystem werden die Ruheständler an Arbeitseinkommen und Steuereinnahmen beteiligt, im kapitalgedeckten System an Unternehmensgewinnen, Zinsen auf Staatsanleihen oder Mietzahlungen. Immer aber kommen dafür die wirtschaftlich aktiven Generationen auf. Mit anderen Worten: Auch bei der privaten Vorsorge kommen nur 1,9 Arbeitnehmer auf einen Rentner. Stichwort „Mackenroh Theorem“

    Zum nächsten Beipiel der „Demographiekatastrophe“ verweise ich auf einen Beitrag von Gerd Bosbach:
    http://www.deutschlandfunkkultur.de/produktivitaet-schlaegt-demografie.1005.de.html?dram:article_id=225987

    Ansonsten Daumen hoch!

    Antwort
  • 15. Oktober 2017 um 13:20
    Permalink

    Hallo Hansemann,

    ich weiß, dass ich mit meinem Artikel viel zu kurz greife und nicht alle Facetten abdecken kann. Das Problem ist nur, dass man irgendwo aufhören muss. Ich habe im obigen Artikel schon knapp 600 Wörter „entschlackt“, weil irgendwann ist der Artikel zu lang und die Leute lesen es nicht mehr.
    Ich habe mich auf die „Fakten“ beschränkt, weil man mit den Hintergründen wahrscheinlich ein ganzes Buch füllen könnte 😉

    Umso mehr freut es mich, dass solche Facetten dann in den Kommentaren zur Geltung kommen und diskutiert werden.

    Schöne Grüße
    Sebastian

    Antwort
  • 1. November 2017 um 21:15
    Permalink

    Ein wichtigen Punkt hast du meines Erachtens vergessen. Diese betrifft die versicherungsfremden Leistungen. Laut Teufel-Tabelle wird seit 1957 der Rentenversicherung
    Geld für Leistungen zweckentfremdet entnommen. Bis 2016 summiert sich der Betrag auf 768 Milliarden Euro.(http://www.adg-ev.de/index.php/publikationen/publikationen-altersvorsorge/1387-versicherungsfremde-leistungen-2015?showall=&start=1) Das heisst nicht dass es kein demografisches Problem gibt aber die Arbeitnehmer sowie die zugehörigen Betriebe werden mit höheren Beiträgen belastet die eigentlich durch den Steuerzahler (Beamte, Selbstständige, Richter und Politiker) beglichen werden müssten.

    Antwort
    • 1. November 2017 um 21:55
      Permalink

      Hallo AlKi,

      danke für deine Ergänzung.
      Die Tabelle, bzw. die Zweckentfremdung, kannte ich bisher nicht.
      Erschreckend, was der Staat alles tun und machen darf.

      Antwort

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