Finanzielle Bildung für Kinder: Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes

Als Vater von zwei kleinen Kindern überlege ich schon, wie ich ihnen das Thema Geld näher bringen möchte. Mir ist bereits aufgefallen, dass es zum Thema Geld keine Bücherauswahl für Kinder und Jugendliche gibt. Daher freue ich mich, dass Anna Prinz dies ändern möchte.
Anna darf nun ihr neues Buch über Finanzbildung für Kinder und Jugendliche vorstellen.

Über Geld spricht man nicht!

In Deutschland hält sich nach wie vor eine Tradition hartnäckig. Sie lautet: »Über Geld spricht man nicht.« Doch es gibt nicht wenige, die diesem Spruch den Kampf angesagt haben – die Finanzblog-Szene wächst. Hunderte Menschen machen auf die Wichtigkeit aufmerksam, Vermögenswerte anzusammeln, einzelne Helden rufen uns in Erinnerung, warum es wichtig ist zu sparen und das wertvolle Geld nicht zum Fenster rauszuschmeißen. Immer mehr Erwachsene denken um. Die Menschen sichern sich ihre finanzielle Zukunft.

Aber während das Angebot für Erwachsene stetig zunimmt und wächst, wird eine Gruppe vehement vernachlässigt: Kinder und Jugendliche. Dabei suchen Eltern, die sich in der Vermögensaufbauphase befinden, Literatur und Hilfestellungen, wie sie ihren Kindern das Thema Geld, Finanzen und Sparen schmackhaft machen können. Denn seien wir mal ehrlich: Es gibt nichts Langweiligeres, oder? Während wir Erwachsenen Zahlen in jeglicher Form und Farbe lieben, gibt es für Kinder und Jugendliche nichts Unwichtigeres.

Dabei erhalten die meisten Kinder und Jugendliche ihre Finanzausbildung von ihren Eltern – und die haben in der Regel gar kein Finanz-Know-How aufgebaut. Noch immer werden viel zu teure Kredite aufgenommen, Geld zum Fenster rausgeworfen und nichts für den Ruhestand gespart. Immer mehr Senioren greifen auf Kredite zurück, um über die Runden zu kommen. Angehende und frische Rentner driften verstärkt in die Zahlungsunfähigkeit ab und 4 Millionen Verbraucher waren im Jahr 2018 in einer dauerhaften Überschuldung gefangen. Inflation ist eine Gefahr, vor dem fast jeder Erwachsene die Augen verschließt. Ohne es zu merken, lassen die Menschen ihr Vermögen von ihr auffressen.

Auch die Schule und Universitäten verschließen sich vor dem Thema; es gibt kaum Angebote, man schweigt sich darüber aus oder denkt sich: »Der Staat wird das schon hinkriegen.« Private Vorsorge wird für die kommenden Generationen wichtiger denn je. Und wenn schon Warren Buffett, der größte Investor aller Zeiten, bereut, nicht früh genug angefangen zu haben, wie können wir diese Problematik weiter ignorieren?

Fakt ist: Je früher man versteht, wie man verantwortungsvoll mit Geld umgehen kann, desto besser. Deswegen ist es absolut wichtig, das Angebot für Kinder und Jugendliche zu erweitern. Eine Mission, zu dem sich der ehrenamtliche Verein »Die Geldlehrer« zusammengefunden und bereits über 163 Kooperations-Verträge mit Schulen geschlossen hat. Eine Mission, die dazu geführt hat, dass Bodo Schäfer das erfolgreichste Kinderbuch über Finanzen »Ein Hund namens Money *« geschrieben und vermarktet hat. Es ist eine Mission, der ich mich anschließen möchte.

»Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes *« (Band 1) ist geschrieben worden, um die finanzielle Bildung in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu vertiefen und sie für Kinder im Alter von 8-10 zugänglich zu machen. Und damit es nicht ganz so dröge ist, wird die Geschichte mit spannenden Verfolgungsjagden, einer launischen Königin und einem verwahrlosten Drachen versponnen. Joscha Pietsch ist nämlich ein Junge, der es nicht einfach hat in seinem jungen Leben: Als Waisenkind fühlt er sich im Kinderheim alles Andere als wohl. Als ihm ein kleiner Terrier-Mix zugelaufen kommt und er ihn nicht behalten darf, entschließt er sich kurzerhand abzuhauen!

Von nun an lebt er auf der Straße und hält sich mit Diebstählen über Wasser, wobei er den Polizisten wie eine flinke Katze entwischen muss. Kein leichtes Leben für so einen jungen Kerl; aber Joscha ist tough, und als er eines Nachmittags mit seinem Hündchen über das Reichenviertel blickt, fasst er einen weiteren Entschluss: »Eines Tages werde ich es auch so gut haben.«

Illustration Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes
Illustration aus »Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes«

Auszug aus Kapitel 1

Joscha Pietsch war ein schmächtiger zwölfjähriger Junge mit dunkelblauen Augen und haselnussbraunem Haar, das die schmutzige Kapuze verdeckte. Er war auf dem Weg nach Hause, und sein Zuhause war ein kleines offenes Tipi, das er sich aus Ästen selbst gebaut hatte. Die karge Unterkunft befand sich am Waldrand, da er sich in die dunklen Tiefen des Hains nicht hineintraute. Er war vor vier Wochen aus Dornenheim, seinem Kinderheim, ausgebrochen. Es schien sich bis auf die Polizisten jedoch kaum jemand daran zu stören. Den Erziehern war er vollkommen gleichgültig gewesen und wenn sich jemand einmal mit ihm beschäftigte, war diese Person irgendwann weg vom Fenster. Er hatte im Heim Regeln und Pflichten zu erfüllen und die Erzieher wurden niemals müde, ihn darauf hinzuweisen. Manchmal hielt er sich daran, manchmal nicht. Wenn nicht, wurde er eingesperrt oder bekam kein Geld und kein Essen mehr. Wenn doch, dann fiel er bei den anderen Kindern und Jugendlichen durch ein Raster und war der »Schleimer«. Und ständig bekam er zu hören, dass aus ihm nie etwas werde.

»Aus dem wird einfach nichts«, sagten die Erzieher immer und immer wieder, während er dabeistand. »Er wird als streunender Köter enden wie der ganze Abschaum auf den Straßen, darauf wette ich.« Dann lachten sie und zündeten sich Zigaretten an. Es gab nichts, womit man es ihnen recht machen konnte.

Er hatte es mit der Schule probiert, doch auch da war es schlimm gewesen. Wegen seiner ärmlichen Kleidung wurde er als Außenseiter abgestempelt, ausgegrenzt und geärgert. Als ein Mitschüler seine Mutter beleidigte (»An dir sehen wir ja, was rauskommt, wenn die Rabenmutter nur an der Flasche hängt.«), hatte sich Joscha nur mit Mühe beherrschen können. Er stand wütend und mit hochrotem Kopf auf, schrie: »Hör auf, so über meine Mutter zu reden!«, und haute einmal mit der Faust auf den Tisch. In dem Moment war die Lehrerin in der Tür erschienen, und Joscha hatte zum

Direktor gemusst (»Herr Kobalt, ich schwöre, er wäre fast auf Marius losgegangen!«, hatte die Lehrerin dem Direktor entsetzt berichtet).

»Ich kenne dich nicht, mein Junge«, hatte Herr Kobalt gesagt. Mit seinen grauen Haaren und den zahlreichen Falten im Gesicht sah er ausgesprochen streng aus. »Aber ich kenne solche Kinder wie dich. Ich will, dass du mir gut zuhörst. Schreib’s dir hinter die Ohren, Junge: Hier gibt es keine Schwierigkeiten, und das wird auch so bleiben. Hast du mich verstanden?«

Es hatte eine Verwarnung gegeben, doch beim zweiten Mal (Joscha waren Zigaretten in die Tasche geschmuggelt worden) wurde er der Schule verwiesen.

Die Erzieher reagierten darauf nicht gerade anteilnehmend. »Rauchen! Mit zwölf! Aber weißt du was? Deine Mutter sah schon so verkorkst aus, als sie dich hierherbrachte. Einer von diesen Junkies, wie sie tausendfach in der Gosse liegen. Wundert mich kein bisschen, dass du so eine Teufelsbrut bist! Pass auf, sonst blüht dir das gleiche Schicksal … aber aus dir wird ja sowieso nichts.«

Joscha hatte sich daraufhin geschworen, nie wieder mit ihnen zu reden, was wiederum mit Bestrafungen versehen wurde.

Aber es war nicht so, als würde Joscha nicht gern lernen. Er hatte aus den offenen Bücherregalen in der Stadt schon viele Bücher herausgepickt und gelesen. Darunter waren Lehrbücher über Physik, Mathematik und sogar ein wenig Latein. Aber auch Märchenbücher, Drachengeschichten und Romane las er mit Vergnügen — am liebsten welche, in denen es um große Abenteuerreisen von Jungen in seinem Alter ging. Denn dann konnte er sich vorstellen, wie es wäre, ein Held zu sein.

Mit den Kindern im Heim verstand er sich nicht so gut. Zwei von ihnen schikanierten ihn häufig, weil er so klein und dünn war, und manchmal stellten sie Regeln für ihn auf. Zum Beispiel zeichneten sie einmal einen Kreis mit Kreide um ihn herum und sagten, wenn er die Grenze überschreite, würden sie ihm eine Kopfnuss verpassen. Jedoch waren die Erzieher in der Nähe, sodass Joscha nicht auf sie hörte und herausfordernd aus dem Kreis trat. Das hatte zur Folge, dass sie ihm am nächsten Tag das Essen wegnahmen, ohne dass er etwas dagegen tun konnte.

Der gesamte Rest sah es nicht gern, dass Joscha das ein oder andere Buch las, weil das ihrer Meinung nach nur Streber und Schleimer machten. Aber Joscha vertiefte sich mit Freude in die Geschichten. Er liebte es, seine Fantasie spielen zu lassen und zu

träumen, und das, so schwor er sich, würde ihm keiner nehmen. Denn er hatte niemanden. Keinen einzigen Verwandten, der ihn aufgenommen hätte, und keine Familie, zu der er gehörte, denn seine Mutter war bereits verstorben. Er war allein.

Doch es war ein Tag gekommen, der alles verändern sollte.

Es war ein Mittwoch gewesen.

 

»Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes *« (Band 1)
ist bis zum 22.04.2019 für €6,90 hier erhältlich,
danach wird der Preis dauerhaft auf €12,90 angehoben.

 

Über die Autorin

Mir war bei dem Buch vor allem wichtig, dass mit den absoluten Basics begonnen wird. Das Buch kreist um die Fragen: Was ist Geld überhaupt? Wozu brauchen wir es? Was kann als Geld funktionieren? Was ist Inflation und was ist Deflation? Was ist der Zins und wie kommt der Preis einer Ware zustande?

Leider wissen die meisten Erwachsene auf diese Fragen keine Antwort. Aber dieses Wissen ist absolut essentiell, bevor es ans Eingemachte geht: Wie investiert man in Vermögenswerte und wieso muss man eigentlich sparen? Was machen »die Reichen« eigentlich anders? Das sind Themen, mit denen sich der zweite Band beschäftigen wird.

Über die Autorin Seit 2016 beschäftigt sich Anna Prinz mit den Themen Geld, Finanzen und Vermögensaufbau und bloggt regelmäßig neben Dominik Fecht auf www.finanziell-frei-mit-30.de. »Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes *« ist ihr Debütwerk und soll einen Beitrag zur Finanzbildung für Kinder und Jugendliche in Deutschland, Österreich und der Schweiz leisten.

 

PS: Es handelt sich bei diesem Gastartikel um keinen bezahlten Artikel!

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2 Gedanken zu „Finanzielle Bildung für Kinder: Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes

  • 17. April 2019 um 9:43
    Permalink

    Hallo Sebastian,

    ich bin selber Vater von zwei Kindern und mache mir auch regelmäßig Gedanken darüber wie ich diese wichtigen Themen meinen Kindern näher bringe. Wie bei den meisten Themen ist es glaub ich am besten den Kindern solche Themen in altersgerechten Geschichten beizubringen.

    Der Auszug aus dem Buch liest sich bereits sehr spannend und ist für die Altersgruppe angemessen. Ich bin der festen Überzeugung das Anna mir diesem Buch und den folgenden einen wertvollen Beitrag zu finanziellen Bildung für Kinder beitragen wird.

    Gruß,
    Gerrit

    Antwort
    • 18. April 2019 um 13:15
      Permalink

      Hallo Gerrit,

      danke für dein Kommentar. Auch mir gefällt das Buch von Anna sehr gut. Die Geschichte ist schön erzählt und als Elternteil kann ich meinen Kindern so das Thema „Finanzielle Bildung“ leicht und unkompliziert näher bringen.
      Ich bin auch davon überzeugt, das Anna mit dem Buch Erfolg haben wird.

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort

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