Meine Kritik zur P2P Kredite Folge von Zendepot

Heute gibt es mal einen etwas anderen Artikel von mir. Heute wage ich mich an eine kleine Kritik einer Podcast-Folge von Zendepot.
Vorweg möchte ich klarstellen, dass ich ein großer Fan von Holger und seinen Podcasts bin. Es wäre jetzt gelogen, wenn ich sagen würde, ich würde alle Folgen anhören. Aber ich höre Zendepot gern und regelmäßig. Ich mag es, dass Holger ein Verfechter von ETFs ist. Auch meine Geldanlage beruht hauptsächlich auf einer drei ETF-Strategie -> Geld anlegen ist wie Türmchen bauen.
Zendepot steht für qualitativ hochwertige Podcasts, der auf keiner Finanz-Podcast-Liste fehlen darf.

Die „P2P Kredite“-Folge von Zendepot

Aber um was geht es überhaupt? Die Tage hat Holger eine neue Folge seines Zendepot Podcasts veröffentlicht. Diese Folge trägt den Titel „Warum ich niemals in P2P investieren werde“ (Link zur Folge).
Da war es natürlich mehr als logisch, dass ich mir diese Folge anhören würde. In seiner gewohnt ruhigen und strukturierten Art, erzählt Holger, warum er niemals in P2P Kredite investieren würde.
Im Grundsatz hat er völlig Recht, P2P Kredite sind ein Investment mit sehr hohem Risiko. Ein Totalverlust ist möglich und im letzten Jahr mit der Eurocent Pleite auf Mintos auch bereits eingetreten.
Etwas enttäuscht bin ich aber von der Argumentation und den einzelnen Ausführungen, die Holger in seinem Podcast vorträgt. Hier sind ihm einige Fehler unterlaufen, die ich ihm so gar nicht zugetraut hätte.

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Die Risiken – was ist richtig und was nicht?

In den nachfolgenden Abschnitten möchte ich ein paar Punkte richtigstellen, die in dieser Zendepot Folge nicht korrekt dargestellt wurden. Mir geht es nicht darum mit dem Finger auf Fehler hinzuweisen, die passieren jedem Mal. Auch will ich kein Klugscheißer sein, denn ich weiß: Klugscheißer kann keiner leiden.
Aber die P2P Kredite und auch das Crowdinvesting werden häufig und von vielen nicht richtig verstanden und da sind solche Podcast-Folgen natürlich nicht gerade hilfreich. Also Holger, bitte nicht falsch verstehen aber bei deiner großen Reichweite ist es echt schade, dass über einige Punkte falsch informiert wurde, auch wenn das Fazit also solches natürlich korrekt ist.

Der Portfolio Builder

Der Portfolio Builder / Autoinvester wurde noch richtig erklärt. Die Auto Invest Funktion wird dafür genutzt in ganz kleinen Beträgen in möglichst viele verschiedene Kredite zu investieren. Damit versucht man, eine Diversifikation zu erreichen.

Rückkaufgarantie

Bei der Rückkaufgarantie, auch Buyback Garantie genannt, ging es aber leider schon los. Holger betont, dass die Buyback Garantie keine Garantie ist, sondern eher eine Pseudo-Sicherheit ist. Das ist noch vollkommen korrekt. Die Garantie ist keine Garantie. Nichtmal eine wirkliche Sicherheit, sondern eher ein loses Versprechen.
Die Rückkaufgarantie hängt an einer Liquidität. Soweit war man noch korrekt. Irgendwo muss das Geld ja herkommen. Holger sagt in seinem Podcast, dass die P2P Kreditplattform den Buyback zahlt.
Und das ist falsch!!
Die Darlehensanbahner  / die Kreditgeber selbst leisten die Rückkaufgarantie.
Und genau hier liegt der Hund begraben. Diesem Irrtum sitzen viele Investoren auf. Nach dem Motto, Plattform XY ist so groß, die machen so viel Gewinn, die werden mir meine paar Ausfälle schon bezahlen können.
Die P2P Plattform ist eine reine Schnittstelle zwischen Kreditgeber und Investoren. Die P2P Anbieter bieten Dienstleistungen und Services an, haben aber mit den Krediten an sich überhaupt nichts zu tun.
Die P2P Kreditplattformen könnten diesen Umstand viel transparenter auf ihren Webseiten beschreiben, tun sie aber leider nicht.

Kleinvieh macht doch auch Mist

Ja es stimmt, aktuell erzielen Investoren auf den P2P Plattformen ganz gute Renditen. Holger geht auf Erfahrungsberichte von P2P Kredite Bloggern ein und nennt eine Rendite von 7%-10%. Mit einem kleinen Schmunzeln erzählt Holger, dass diese Renditen ja nur mit kleinen Beträgen von unter 1000 Euro erreicht werden.
Ja, das stimmt Holger, aber was glaubst du wohl, warum viele P2P Blogger mit so kleinen Beträgen arbeiten?
Unter den P2P Investoren geht die Faustregel um, nicht mehr als 5%-15% seines Gesamtinvestments in P2P Kredite zu stecken. Jedem ist das sehr hohe Risiko bewusst. Deshalb haben ja viele das Limit von 1000 Euro pro Plattform.
Aber schon bei fünf Plattformen ist man bei 5000 Euro. Und bei 12% Rendite im Jahr, bleibt da auch was übrig.
Kleinvieh macht auch Mist! Lasst euch nichts einreden. Auf der einen Seite ist es sinnvoll 25 Euro in ETF Sparpläne zu stecken, aber 1000 Euro in P2P Kredite ist Kleinvieh?
Jeder Euro, der gespart wird, lohnt sich. Auch ich finde, dass zuerst ein vernünftiges ETF Depot aufgebaut werden sollte. Aber 1000 Euro sind für mich kein Kleinvieh. Egal ob ich damit 4% oder 12% mache. Die Sache zählt!

Ein zu hoher Aufwand

Holger spricht an, dass der Aufwand mit der Anzahl der Plattformen zunimmt. Das ist natürlich korrekt. Aber wie bei allem, wenn es einem Spaß macht, ist das zu verschmerzen. Ich habe mich gerade im Februar wieder extrem schwer getan, ein paar Dividenden Titel (Dividenden Depot aufbauen mit nur einem Trade) zu finden. Aktienanalysen machen mir einfach keinen Spaß, deshalb investiere ich seit Jahren ganz passiv in ETFs.

Wenn ich mich 2-3 mal die Woche abends hinsetze und meine ganzen P2P Kredite- und Crowdinvesting Plattformen durch klicke, dann macht mir das Spaß. Die 20-30 Minuten investiere ich regelmäßig gern. „Erheblich“ finde ich den Aufwand aber nicht. „Erheblich“ empfand ich den Aufwand passende Dividendentitel zu finden. „Der Aufwand“ liegt immer im eigenen Interesse. Ich bin aber bei 11 Plattformen, viele sind bei 2-3 Plattformen. Wenn die Autoinvestoren einmal sinnvoll eingestellt wurden, reicht es eigentlich sich alle 2-3 Wochen mal kurz einzuloggen und zu prüfen, ob alles sauber investiert wird.

Aber ja, ganz ohne Zeitaufwand lässt sich auch mit P2P Krediten kein „Passives Einkommen“ generieren.
Parallel schreibe ich an einem „Frühjahrsputz“-Artikel. Meine 11 Plattformen werde ich etwas entschlacken. Auf der einen Seite natürlich auch um den Aufwand etwas zu minimieren, der wirkliche Hauptgrund sind aber die vielen Dopplungen.
Ein Großteil meines P2P Investments geht in die Verbraucherkredite. Warum brauche ich dafür sechs Plattformen, wenn ich alleine bei Mintos schon über 35 Darlehensanbahner habe, über die ich streuen kann? Aber dazu bald mehr.

Das hohe Risiko der P2P Kredite

Holger stellt die Frage, warum kann ich auf Mintos 12% im Jahr machen, wo doch aktuell gar keine Zinsen von Banken verlangt werden?
Da stell ich doch die direkte Gegenfrage: Wo nehmen Banken so gut wie keine Zinsen? Natürlich bieten Banken Kredite mit geringen Zinsen an aber

  1. Wer bekommt diese „Beworbenen Zinsen“ überhaupt?
  2. Sind diese niedrigen Zinsen häufig für Häuslebauer oder für Autokäufe – also gebundene Zwecke! Oder in Kooperation mit dem Einzelhandel.

Die Stiftung Warentest hat im Juli 2017 gezeigt, dass der Dispozins in Deutschland im Schnitt bei 10% lag. In der Spitze sogar bei 13% p.a..
Und genau in dieser Kategorie liegen doch ein Gros der Verbraucherkredite (Payday Loans) der P2P Plattformen. Denn diese Kredite haben:

  1. Kurze Laufzeit (7-30 Tage).
  2. kleine Beträge (oft weniger als 100 Euro, nie über 1000 Euro).
  3. keinen festen Verwendungszweck.

Diese sogenannten Payday Loans werden in Osteuropa häufig zum Überbrücken für die nächste Gehaltszahlung (Payday = Lohntag/Zahltag) genutzt. Wenn z.B. Miete oder Nebenkostenabrechnungen anstehen.

In Osteuropa ist zudem das Bankennetz nicht so ausgebaut und ausgeprägt, wie in Deutschland. Nicht umsonst haben sich hier zahllose sogenannte Nicht-Bankenkreditgeber etabliert, deren Kredite auf den P2P Plattformen angeboten werden.
Zudem haben die Banken den Nachteil, dass sie viel zu unflexibel sind, viel zu langsam arbeiten und viel zu viel an Sicherheiten haben wollen. Die Darlehensanbahner vergeben in der Regel Online ihre Kredite, direkt auf die Bankkarten der Antragssteller. Der gesamte Prozess dauert selten länger als ein paar Minuten.

Das sind Leute mit keiner guten Bonität

Als Nächstes sprach Holger die schlechte Bonität an, das seien Leute mit keiner guten Bonität.
Wahrscheinlich. Wenn man über die reinen Payday Loans spricht, kann man wohl davon ausgehen, dass Personen mit guter Bonität grundsätzlich etwas finanziellen Puffer haben.
Aber nicht nur Verbrauchkredite werden mit den hohen Zinsen in Anspruch genommen, auch Autofinanzierungen oder Kredite für Immobilien.
Selbst Firmen strömen immer mehr auf die P2P Plattformen, um schnell und unkompliziert Geld zu erhalten. Vor allem der Bereich der Rechnungsfinanzierung wird beliebter.
Hier geht es gar nicht nur darum, ob man schlechte oder gute Bonität hat, sondern ob man eine Bank findet, die überhaupt einen Kredit zur Verfügung stellt.
Mit EstateGuru hatte ich dieses Thema einmal diskutiert. Auch hier habe ich gefragt, warum soll ein Häuslebauer bei euch einen Kredit nehmen, wo selbst ich als Investor noch 11% Zinsen erhalte. Die Antwort war ganz einfach, die Banken verschärfen ihre Regeln immer mehr. In manchen Ländern braucht man so viel Sicherheiten, dass man diese gar nicht aufbringen kann. Getreu dem Motto: Wer noch kein Haus erfolgreich finanziert hat, bekommt keine Hausfinanzierung.
Diese Lücken werden natürlich geschlossen.

Bonitätsprüfung durch die P2P Plattformen

Der nächste dicke Patzer war die Aussage, die P2P Plattformen würden die Bonitätsprüfung durchführen.
Die Plattformen an sich prüfen gar nichts, so z.B. Mintos, Twino, Viainvest, Swaper usw. Es ist wirklich ganz wichtig zu verstehen, dass die Plattformen von den Kreditgebern / Darlehensanbahnern getrennt sind!! Die P2P Kreditplattformen haben nichts mit den Kreditgebern und deren Kreditgeschäft zu tun.
Wobei es Konstellationen gibt, wo die Kreditgeber und die Plattform zum selben Konzern gehören, z.B. Twino, Viainvest, Robocash.
Grundsätzlich hat die Plattform aber überhaupt nichts mit der Bonitätsprüfung zu tun.

Es gibt aber Ausnahmen, wie z.B. Estateguru, die selbst die Kredite prüfen. EstateGuru ist aber ein Immobilienfinanzierer und funktioniert ganz anders als Mintos & Co).

Die Moral darf auch bei P2P Krediten nicht fehlen!

Holger will nicht sein Vermögen darauf gründen, andere in ihrem desaströsen Konsumverhalten zu unterstützen. Und auch keine Startups am Leben zu erhalten, die keine vernünftige Geschäftsidee/Geschäftsmodell haben.
Bei den Startups muss man aber auch dran denken, dass es auch in Deutschland immer schwieriger wird. Nur weil 2-3 Bankberater das Geschäftsmodell für nicht ausreichend empfinden, muss die Idee ja nicht schlecht sein. Ad-hoc fällt mir hier Sono Motors ein, die ein günstiges E-Auto mit Moos im Armaturenbrett bauen.
Ermöglicht nicht durch eine Bank, sondern durch Crowdfunding auf Seedrs.

Aber Holger hält schon richtig fest, dass man auch als Aktionär über ETFs in Konsumaktien, Militär, Atomkraft usw. investiert.
Auf den osteuropäischen Plattformen sieht man zudem in den Kreditdetails sehr wenig. Als Investor hat man keine Ahnung was mit dem Kredit konsumiert wurde. Zudem laufen die Kredite bereits, das heißt, das Geld erhält nicht der Kreditnehmer, sondern der Kreditgeber. Dieser besorgt sich so „frisches Kapital“ und vergibt dann neue Kredite.

P2P Kredite sind nicht skalierbar oder was bringen mir 12% auf 2000 Euro?

Jetzt geht es um Kleckerbeträge. Was Holger ganz amüsiert anspricht, ist aber genau die richtige Strategie.
Langsam Anfangen und Erfahrungen sammeln. Ich habe vor zwei Jahren mit 500 Euro angefangen und bin nun bei ca 7000 Euro.
Holger stellt die Frage, was bringen mir 12% von 2000 Euro? Ich kann es dir sagen, Holger. Das bringt dir 240 Euro im Jahr, vor Steuern!

Warum investieren viele nur 500 Euro? Eben weil sie an die 5%-10% Regel denken.
Ich weiß, dass es bei Mintos Investoren gibt, die 6-stellige Beträge investiert haben. Auch bei EstateGuru werden Investoren mit mehr als 10.000 – 15.000 Euro pro Projekt gesondert vergütet. Und wahrscheinlich halten die auch noch die 5%-10% Regel ein, nur eben in einer anderen Dimension.

Ich muss Holger entschieden widersprechen. P2P Kredite sind sehr gut skalierbar, gerade auf großen Plattformen.
Zudem zwingt einen niemanden nur 5% in P2P Kredite zu investieren. Du kannst auch gern 100% deines Geldes zu Mintos & Co überweisen. Abhalten tut dich keiner. Die Frage ist nur, ob das schlau ist?

Zu guter Letzt rät Holger, doch lieber in ETFs zu investieren.
Dazu kann ich nur sagen. Absolut richtiger Tipp. Ein ETF Depot ist einem P2P Portfolio definitiv vorzuziehen.
Aber Holger, ich kenne keinen P2P Investor, der nicht hauptsächlich an der Börse investiert ist

In einem Portfolio darf mehr als nur ETFs drin sein. Wie bei so vielem im Leben, die gesunde Mischung macht’s.

Weitere Informationen

Wer mehr über P2P Kredite erfahren möchte, kann gern in meinen Artikeln stöbern, z.B.:

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13 Gedanken zu „Meine Kritik zur P2P Kredite Folge von Zendepot

  • 29. März 2018 um 12:47
    Permalink

    Ja mei, P2P und Crowd-Bashing ist wohl sehr trendy dieser Tage… Komischerweise trauen sich im die Leute eine artikel- oder in diesem Falle postcasttaugliche Meinung zu, die es selbst noch gar nicht probiert haben und dadurch teilweise gefährliches Halbwissen verbreiten.

    Ich fahre mit meinen mittlerweile mehr als 500€ P2P-Einnahmen im Monat ganz gut. Das Risiko ist mir klar, weswegen ich den prozentualen Anteil zwischen 10 und 15% halte. Der Haupteil meines Vermögens steckt in Wertpapieren. Wäre ich ohne den heißen Tipp von Holger aber gar nicht drauf gekommen 🤭😂

    Naja, was soll einer, der ETF-Kurse oder sowas verkauft (braucht man dafür n Kurs???) auch anderes predigen 🤷‍♂️

    Ich darf zumindest auf einem anderen ETF-Blog demnächst über P2P schreiben. Das nenne ich mal weltoffen 👍🏻

    Allen gute P2P-Investments und vergesst mir die ETF-Sparpläne nicht!

    Entspannte Grüße aus Ägypten! Hier würden meine P2P-Einnahmen schon fast für ein Monatsbudget reichen 💪🏻
    Vincent

    Antwort
    • 30. März 2018 um 9:18
      Permalink

      Moin Vincent,

      danke für dein Kommentar.
      500 Euro im Monat ist schon ein Brett, soweit bin ich noch nicht.

      Schönen Urlaub & frohe Ostern
      Sebastian

      Antwort
    • 10. April 2018 um 10:55
      Permalink

      Man kann sicher unterschiedlicher Meinung sein zu P2P Investments. Holger hat sicher eine sehr eindeutige (wo ist denn da das gefährliche Halbwissen?).
      Ja er verkauft einen Investor Kurs – mit ETFs als Vehikel – na und? Du brauchst diesen Kurs sicherlich nicht. Aber soll Menschen geben, die einen Bedarf haben zu einem souveränen Selbstentscheider zu werden und die können – müssen einen solchen Kurs dann kaufen.

      Viel Erfolg mit Deinen P2P Investments weiterhin.

      Antwort
  • 29. März 2018 um 22:01
    Permalink

    „Die Stiftung Warentest hat im Juli 2017 gezeigt, dass der Dispozins in Deutschland im Schnitt bei 10% lag. In der Spitze sogar bei 13% p.a..
    Und genau in dieser Kategorie liegen doch ein Gros der Verbraucherkredite (Payday Loans) der P2P Plattformen.“

    10 – 13 % ist der kleine Teil des Kuchens den man als Investor auf P2P-Plattformen abbekommt, aber nicht was die Kreditnehmer zahlen – die liegen für gewöhnlich bei dreistelligen, manchmal vierstelligen, Zinssätzen wenn man die Gebühren einrechnet für Payday Loans in Osteuropa.
    Das Verhältnis ist also nicht grundlegend anders als bei einer Bank – der geben wir unser Geld für 0,01 – 0,5% (Tagesgeld) und sie verleiht es für 7 – 12% (Dispo) weiter. Nur ist bei Banken das Risiko auf beiden Seiten deutlich niedriger.
    Man darf schon die Bonität von Schuldnern hinterfragen, denen nichts übrig bleibt als für effektiv 1000% Geld leihen müssen um die Zeit bis zur nächsten Gehaltszahlung irgendwie zu überbrücken.

    Antwort
    • 30. März 2018 um 9:17
      Permalink

      Moin Osmium,

      ich glaube du wolltest diesen Artikel hier kommentieren: https://hobbyinvestor.de/investieren-in-p2p-kredite-ohne-die-rueckkaufgarantie/ oder? Zumindest stammt dein Zitat aus diesem Artikel.

      Mit den 10%-13% Dispozinsen in Deutschland wollte ich lediglich aufzeigen, dass Deutschland nicht generell ein Null-Zins Land ist.

      Wie ich in meiner Rechnung mit Lendo und Banknote angegeben habe, arbeiten diese beiden Kreditgeber mit einem effektiv-Zins von rund 100%. Davon erhalten wir Investoren rund 12%, das ist Korrekt. Auch deine Angaben, dass manche Kreditgeber bis zu 4stellige Zinsen verlangen. Mir fällt da ad-hoc Robocash ein. Die Darlehensanbahner liegen bei rund 700%.
      Das ist in der Tat ein Wahnsinn und liegt jenseits der Wucherzinsen. Deshalb wird ja auch oft über die Moral diskutiert.

      Schöne Ostern
      Sebastian

      Antwort
  • 29. März 2018 um 23:46
    Permalink

    Ich wünschte mir manchmal , daß ich genauso schnell schreiben und tippen könnte, wie ich denken kann. Denn so ziemlich genau das Gleiche, was du hier aufführst, habe ich mir während seines Podcasts auch gedacht: „Häää ? Was erzählt der da ???? 🙂 “
    Nur hätte ich das nie so ausführlich schreiben können, wie du es getan hast. Ihr Jungs habt einfach ein brachiales Wissen und kennt die Bergrifflichkeiten – was nicht heißt, das ihr nicht auch unfehlbar seid 😉
    Ich kenne mich jetzt nicht soooo tief in dieser Materie aus, wie ihr das tut. Ich vergleiche das (oder mich) mit einem Zehnkämpfer. Der kann auch von vielem vieles und es reicht, um im Allgemeinen GUT zu sein, aber es gibt keine Einzeldisziplin, in der er/ich SEHR GUT ist/bin. Ein Zehnkämpfer würde immernoch haushoch gegen Usain Bolt oder dem Zweitplatzierten verlieren 😀
    Doch ich hatte beim Hören die ganze Zeit das Gefühl, daß hier und da etwas nicht stimmt oder nicht stimmen kann.
    In diesem Facebook-Post (https://www.facebook.com/groups/p2pcommunity/permalink/1613891662058656/?comment_id=1613902438724245) hat sein Podcast auch ne ganz schöne Schlappe hinnehmen müssen.

    Gruß, Matthias

    Antwort
    • 30. März 2018 um 9:25
      Permalink

      Moin Matthias,

      vielen Dank auch für dein Kommentar.
      Es geht mir gar nicht um unfehlbar oder nicht.
      Holger hat mit seiner grundsätzlichen Aussage völlig Recht. P2P Kredite sind eine sehr riskante Anlage. Niemand sollte ausschließlich in dieser Assetklasse investieren. Zudem sollte niemand ein zu großes Stück seines Kuchens in P2P Kredite investieren.
      Jeder darf sich natürlich seine Meinung bilden. Überhaupt kein Thema.
      Aber Holger erreicht mit seinem Podcast eine sehr, sehr große Zielgruppe. Da fand ich es sehr schade, dass ihm da ein paar Patzer unterlaufen sind.
      Natürlich kann nicht jeder in allen Dingen so tief drin sein, dass ist auch klar. Deshalb habe ich mir diese Ergänzung/Kritik erlaubt.
      Dein Beispiel mit dem Zehnkämpfer gefällt mir!

      Und das der Podcast in der P2P Facebook-Gruppe einen „auf den Deckel“ bekommt, war ja schon vorbestimmt 🙂

      Dir auch ein schönes Osterfest

      Sebastian

      Antwort
  • 30. März 2018 um 11:54
    Permalink

    Um die Emotionen aus dem ganzen raus zu nehmen ist es sicher nicht falsch die Risiko Seite zu betrachten – Buyback hattes du ja schon aufgezeigt – das Risiko an der Stelle halte ich für zielich unkalkulierbar.
    Andere Plattformen die offen ihre Ausfälle kommunizieren kann man zumindest was die Historie angeht jedoch ganz gut bewerten.
    Genau dazu habe ich einen ich einen etwas längeren Artikel zur Ausfallrate und Eintrittswahrscheinlichkeit von P2P Kreditausfällen erarbeitet – mit dem Ziel eine Renditeprognose zu erstellen
    Das kann auch ganz schön ernüchtern – vor allem wenn man mit kleinen Portfolios arbeitet und auf Plattformen mit hohen Ausfallraten …..

    Antwort
    • 30. März 2018 um 22:00
      Permalink

      Moin tbee,

      Geldanlage ohne Emotionen? Geht das überhaupt 😉
      Interessanten Artikel den du da über die Ausfallrate und Eintrittswahrscheinlichkeit geschrieben hast!

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
  • 30. März 2018 um 20:55
    Permalink

    Der Ausfall von Eurocent auf Mintos ist genauso wenig ein Totalausfall wie die Insolvenz eines Unternehmens im MSCI World einen ganzen ETF zum Totalausfall macht. 🙂

    Und das Zinsniveau kann man ganz einfach aus das unterentwickelte Bankenwesen in vielen Ländern zurückführen, genauso wie auch die (gehedgten) Investitionen in andere Währungen, bei denen auch ein anderes Zinsniveau herrscht. Wer denkt, dass Deutschland repräsentativ ist, sollte mal seine Scheuklappen abnehmen.

    Genauso wie das mit den Konsumkrediten. Ich habe in meinem P2P Portfolio vielleicht 20% Konsumkredite. Da hat sich dieser Holger wohl nicht wirklich Plattformen angeschaut, sonst würde er einen solchen Blödsinn nicht schreiben.

    Antwort
    • 30. März 2018 um 22:06
      Permalink

      Hi Flurry,

      In der Tat, kann man Eurocent nicht als Totalausfall auf Mintos beziehen. Aber Investoren die in Eurocent Kredite investiert haben, werden wohl bangen müssen, ob sie alles wiedersehen werden.

      Und ja, das Bankenwesen ist nicht überall so ausgeprägt wie in Deutschland. Das sieht man ja schon relativ gut im Polen- oder Tschechien-Urlaub. Wenn man hier mal auf der Suche nach einer Bankfiliale war, da kann man gut nach suchen 🙂
      Auch das viele P2P Kredite nur als Verbraucherkredite ansehen, zeugt davon, dass viele sich nicht ausreichend informieren.
      Dazu gibt es hier auch einen schönen Artikel: https://hobbyinvestor.de/die-vielfalt-der-p2p-kredite/ wo ich versucht habe mal aufzulisten, wo man überall sein Geld investieren kann. Denn es gibt viel mehr als nur die typischen Verbraucherkredite, auch wenn diese einen Großteil ausmachen, keine Frage.

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
  • 31. März 2018 um 11:34
    Permalink

    Ich denke, man sieht hier ganz schön, warum mehrere Meinungen und Erfahrungen wichtig sind. Dein Beitrag ist sozusagen eine „Regulierung“. Ich bin erst knapp 3 Monate wirklich bei P2P dabei – genau deshalb ist es wichtig, solche Gegendarstellungen zu lesen.

    danke und lg
    Johannes

    Antwort
  • 5. April 2018 um 13:18
    Permalink

    Man stelle eine provokante These auf, möglichst zu einem gerade immer beliebter werdenden Thema und erfreue sich derer Reaktionen. Dadurch, dass Du auf die Folge verlinkst, bescherst Du dem Autor somit zu noch mehr Aufmerksamkeit, was sicherlich auch beabsichtigt war (kein Vorwurf an Dich). Ich glaube ich schreibe auch mal einen Blogbeitrag zu dem Thema „Warum ich niemals in ETFs investieren werde“ mit falschen Behauptungen und provokanten Thesen 😉

    PS: Ich bin übrigens aussschließlich auf P2P- sowie Crowdfunding-Plattformen investiert, wobei sich das in etwa die Waage hält.

    Antwort

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