Warum auch P2P Kredite Arbeit machen!

Heute möchte ich der Frage nachgehen, was ist eigentlich „Passives Einkommen“ und bedeutet passiv, dass ich damit keine Arbeit habe?

Sind P2P Kredite wirklich passives Einkommen?

Um diese Frage zu beantworten, klären wir zuerst den Begriff „passives Einkommen“. Wenn es passives Einkommen gibt, dann gibt es auch aktives Einkommen. Doch was ist ‚Aktiv‘ und was ist ‚Passiv‘?

Aktives Einkommen erzielst du z.B. aus deinem Beruf/deiner Arbeit. Du tauschst deine Zeit, durch aktives Tun (die Arbeit), gegen ein Stundenlohn bzw. dein Gehalt ein.
Du arbeitest also 40 Stunden die Woche aktiv, um am Monatsende ein Gehalt zu bekommen.
Das ist dein aktives Einkommen.


Für passives Einkommen lässt du dein Geld für dich arbeiten. Du erhältst bzw. generierst Einkommen, ohne zu arbeiten. Ein gutes Beispiel sind Dividendeneinnahmen. Nur durch das Besitzen einer Aktie bekommst du Dividende. Für den Erhalt der Dividende musst du aktiv nichts tun (außer die Aktie zu kaufen).

Die P2P Kredite zählen auch zu dem passiven Einkommen. Du zahlst auf einer P2P Plattform Geld ein und erhältst dann Zinsrückzahlungen von den Kreditnehmern. Das ist passives Einkommen.

Die Arbeit, die du investieren solltest

Soweit die Theorie. Der kleine Haken an der Sache ist, passiv bedeutet in der Praxis nicht, dass du keine Arbeit damit hast. Im Gegenteil, du investierst  dein Geld und solltest es kontrollieren.

Du musst zwar keine 40 Stunden pro Woche investieren, aber ich empfehle dir, dich regelmäßig auf der Plattform einzuloggen und dein Investment zu prüfen. Deine Einnahmen laufen zwar passiv und du musst deine Zeit nicht 1 zu 1 aufwenden, doch so ganz ohne Arbeit laufen auch die passiven Einnahmen nicht. Meiner Meinung nach sind Immobilien ein sehr gutes Beispiel. Mieteinnahmen sind auch passive Einnahmen. Aber auch hier, musst du Zeit und Arbeit investieren. Du musst dich um neue Mieter kümmern, du musst die ganze Buchhaltung machen, die Mieteingänge kontrollieren, etwaige Reparaturen durchführen oder koordinieren, usw. Man sieht, als Vermieter hat man nicht ständig zu tun aber wirklich komplett die Füße hoch legen ist auch nicht.

Bei den P2P Krediten hält sich der zeitliche Aufwand zum Glück in Grenzen. Folgende regelmäßige Checks lege ich dir ans Herz:

  1. Prüfe, ob du Kapital hast, das nicht investiert wurde
  2. Prüfe die Einstellungen des Autoinvestors
  3. Lese sorgfältig alle E-Mails, die du von der Plattform erhältst
  4. Betreibt die Plattform einen Blog, lese die Beiträge
  5. Such dir Quellen im Internet, die über deine Plattform berichten.
  6. Google nach „<Der Name der Plattform> Probleme“ (z.B. Mintos Probleme)

Diese kurze Checkliste verursacht nicht viel Arbeit, generiert dir aber viele Vorteile. Du weißt immer aktiv über dein Kapital und über die Plattform bescheid. Unregelmäßigkeiten und Probleme bekommst du mit.
Lass uns die obige Checkliste etwas detaillierter betrachten.

1. Prüfe, ob du Kapital hast, das nicht investiert wurde

Es passiert immer mal wieder, dass nicht dein komplettes Kapital investiert wurde. Geld das rum liegt und keine Zinsen erwirtschaftet ist ärgerlich.  Deshalb solltest du dies regelmäßig kontrollieren. Warum Kapital nicht investiert wird, kann zwei Gründe haben:

  • Es gibt nicht genug Kredite auf dem Primärmarkt.
  • Es gibt nicht genug Kredite, die deinen Einstellungen des Autoinvestors entsprechen.

Solltest du Kapital übrig haben, dann kontrolliere zuerst den Primärmarkt. Sind aktuell Kredite verfügbar? Wenn ja, zu welchen Konditionen? Schau dir die Einstellungen deines Autoinvestor an und prüfe ob dieser aktiv ist! Machen die Einstellungen noch Sinn? Entsprechen die Zinssätze und die Laufzeiten der aktuellen Marktlage?

Wenn es keine Kredite auf dem Primärmarkt gibt, dann gedulde dich etwas. Es gibt immer wieder mal Phasen, wo die Plattformen Probleme haben für genug Kredite zu sorgen.
Du kannst dein Glück auch auf dem Sekundärmarkt versuchen. Achte hier aber auf mögliche Aufschläge.


2. Prüfe die Einstellungen des Autoinvestors

Unabhängig, ob du freies Kapital hast oder nicht, prüfe regelmäßig deinen Autoinvestor. Prüfe, ob neue Länder oder neue Kreditarten hinzugekommen sind und ob diese für dich von Interesse sind. Prüfe das aktuelle Zinslevel. Ggf. musst du deine Renditewünsche nach oben und unten korrigieren. Beachte auch, dass sich bei Änderungen ggf. andere Laufzeitwünsche ergeben. Prüfe daher, ob die Laufzeit-Einstellungen weiterhin Sinn ergeben.

3. Lese sorgfältig alle E-Mails, die du von der Plattform erhältst

In den E-Mails können wichtige Informationen stehen. Wie zum Beispiel steuerrechtliche Anpassungen, neue Kreditgeber oder neue Kredittypen, die für dich interessant sein können. Das Lesen der E-Mails gehört für mich zur Pflicht dazu. Sind die E-Mails auf Englisch, solltest du auch diese lesen und vor allem verstehen. Gerade erst hat Viainvest mit einer E-Mail kommuniziert, dass bei polnischen Kredite die Steuern direkt einbehalten werden. Das Problem war nur, dass kaum Jemand diese E-Mail verstanden hat. Erst durch Nachfrage beim Support und einer Diskussion im P2P Forum wurde klar, was Viainvest uns mitteilen wollte.

4. Betreibt die Plattform einen Blog, lese die Beiträge

Das Lesen des Blogs kann weitere Inforationen für dich bereithalten. Oft werden neue Features über den Blog verkündet. Aber auch andere nützliche Informationen, wie die Jahresberichte der Kreditgeber, lassen sich hier finden. Viele Anbieter kommunizieren auch interessante Zahlen und Statistiken über den Blog, die von Interesse sein können.

5. Such dir Quellen im Internet, die über deine Plattform berichten

Es gibt einige Blogs wie diesen hier, die über einige P2P Plattformen berichten. Such dir hier Quellen heraus, die du verfolgen kannst. Willst du dies möglichst passiv tun, trage dich in meinen Newsletter ein. Du erhältst jedes Wochenende einen Newsletter mit aktuellen Informationen.

Auch Foren, wie www.p2p-kredite.com/diskussion, sind gute Anlaufstellen. Zudem berichten auch  deutsche Zeitungen immer mal wieder über P2P Plattformen. Zeitungsartikel poste ich gerne auf meiner Facebook-Seite, abonniere diese und verpasse keine Neuigkeiten mehr.

6. Google nach „<Der Name der Plattform> Probleme“

Google nach dem Wort „Problem“ oder „Ärger“ im Bezug auf den Namen der Plattform (z.B. „Problem Mintos“ oder „Ärger Twino“). Schaue nach aktuellen Treffern und überfliege diese. Oft bist du nicht alleine mit deinem Problem (z.B. schlechte Verfügbarkeit von Krediten). Vielleicht findest du auch Lösungen oder Zuspruch.

Passiv bedeutet nicht, dass du keine Arbeit hast

Mit P2P Krediten erzielst du passive Einnahmen. Du solltest dich aber unbedingt regelmäßig auf dem Laufenden halten. Das gilt nicht nur für P2P Kredite, sondern generell für alle deine Anlagen. Gerade letzte Woche ging es um ein ähnliches Thema: „Warum Buy and Hold nicht zu Buy and Forget werden sollte.“ Es ist dein Geld und du solltest informiert bleiben. Übernimm aktiv Verantwortung.
P2P Kredite bergen ein hohes Risiko, da die Plattformen und die Kreditgeber unter keiner staatlichen Aufsicht stehen und nicht reguliert werden. Zudem ist die Buyback Garantie, keine Garantie, sondern nur ein Versprechen. Was das Versprechen bei einem Crash „wert“ ist, muss sich erst noch beweisen. Von daher meine Bitte an euch. Investiert nicht zu viel Geld in P2P Kredite und haltet euch auf dem Laufenden. Auch wenn der Autoinvestor das Geld für euch verwaltet und investiert, bleibt trotzdem oder gerade deswegen informiert.

Fazit

Um meine Ausführungen zu untermauern, möchte ich euch ein paar Beispiele mit auf den Weg geben.

Ende letzten Jahres sah Viventor sehr vielversprechend aus. Nach der Registrierung hatte ich direkt 500 Euro überwiesen und meinen Autoinvestor konfiguriert. Nach einigen Tagen war immer noch nicht alles investiert. Das zog sich über Wochen. Verfügbar waren Kredite nur mit 9% oder 10%. Im Vergleich zu den damaligen Möglichkeiten bei Mintos und Twino war das einfach nicht interessant genug.
Zudem gab es diese nervige Geschichte, dass der Primärmarkt mit den Cent-Krediten überflutet war. Hunderte Seiten voller Kredite, in die man nicht investieren konnte. Die haben die Übersicht fast unmöglich gemacht. Deshalb zog ich mein gesamtes Kapital wieder ab.



Kaum war das Thema Viventor durch, ging es bei Swaper weiter. Hier hatte ich immer großes Glück. Aber viele Investoren bekamen einfach keine Kredite ab. Hier gab es dann die Lösung, mehrere Autoinvestoren anzulegen, in der Hoffnung, dass man so die Chance erhöht. Das bei einigen, scheinbar auch funktioniert hat.

Dann kam der Zinsknick bei TWINO (14%-Russen) und bei Mintos (13,5% Paydays von Lendo und Banknote). Die Zinsen sanken plötzlich. Kapital wurde nicht wieder neu investiert. Die Autoinvestoren mussten neu eingestellt und erst mal beobachtet werden. Langsam ging man den Zinsknick mit, man wollte ja kein Geld verschenken.
Nun hat sich, zumindest bei Mintos, die Zinslage wieder entspannt. Die neuen Kredite von luteCredit z.B. gehen wieder bis 13,5%. Also erneut, geht es wieder an die Einstellung des Autoinvestors.

Du möchtest Mintos ausprobieren? Melde dich direkt an: mintos.com/de*. Ich würde mich freuen, wenn du dich über diesen Link* anmelden würdest (Affiliate Link, du hast keinerlei Nachteile dadurch, im Gegenteil, wir beide erhalten nach 90 Tagen 1% deiner durchschnittlichen Tagesbilanz, als Bonus, gutgeschrieben).

Bist du in P2P Krediten investiert? Was unternimmst du, um auf dem Laufenden zu bleiben?

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8 Gedanken zu „Warum auch P2P Kredite Arbeit machen!

  • 15. Juni 2017 um 19:55
    Permalink

    Moin Sebastian,
    schöner Artikel! Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, bei den P2P-Plattformen seine „Due Diligence“ zu machen. D.h. sowohl am Anfang gründlich zu recherchieren als auch später regelmäßig ein Auge drauf zu haben. Und ganz wichtig: Nie zu viel über eine Plattform investieren sondern auch bei den Plattformen breit streuen.

    Ich verarbeite daher meine P2P-Investitionen immer in meinem Blog. Sowohl, wenn ich mit einer neuen Plattform anfange als auch, indem ich einen monatlichen Überblick gebe. Damit zwinge ich mich, mich intensiver mit der jeweiligen Plattform auseinander setzen zu müssen.

    Beste Grüße
    Tobias

    Antwort
    • 15. Juni 2017 um 20:01
      Permalink

      Hi Tobias,

      seine persönlichen Due Diligence beschreibt es sehr gut 👍

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
  • 16. Juni 2017 um 9:00
    Permalink

    Moin Sebastian,
    kann nur zustimmen!
    Da muss man ganz schön hinterher sein, damit man immer auf dem Laufenden ist und das Kapital nicht ungenutzt bei einer Plattform rumliegt.

    Tolle Übersicht! Danke dafür.
    Gruß
    Vincent

    Antwort
    • 17. Juni 2017 um 10:50
      Permalink

      Hi Vincent,

      danke für die Zustimmung 😉

      Gruß zurück,
      Sebastian

      Antwort
  • 16. Juni 2017 um 22:14
    Permalink

    Hallo Sebastian,

    ich sehe dies definitiv genauso wie du. Mein Aufwand für P2P Kredite hält sich jedoch trotzdem in Grenzen. Pro Woche sind es ungefähr 15-20 Minuten bei insgesamt 5 Plattformen. Für mich absolut überschaubar.
    Ich muss jedoch dazu sagen, dass ich nicht wöchentlich im Internet danach google ob es Probleme zur jeweiligen Plattform gibt. Das halte ich ehrlich gesagt auch für überzogen. Dafür verfolge ich nebenher einschlägige Blogs und Foren. Das reicht mir in der Hinsicht als Absicherung.

    Beste Grüße
    Daniel

    Antwort
    • 17. Juni 2017 um 10:53
      Permalink

      Moin Daniel,
      vielen Dank für deine Meinung.
      Ich google auch nicht wöchentlich nach „Problemen“. Das ist temporär der Fall, vor allem wenn die Zinsen fallen oder die Verfügbarkeit neuer Kredite schlecht ist.
      Der Zeitaufwand ist auch, von Plattform zu Plattform, sehr unterschiedlich. Bei Mintos ist dieser hoch, da ständig neue Anbieter dazu kommen und bei Viainvest z.B. eher niedriger.

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
  • 19. Juni 2017 um 6:38
    Permalink

    Hey Sebastian,

    cooler Artikel. Zum Thema „Suche“ kannst du dir auch einfach Suchbots bei Google Alerts einrichten. So landen die Probleme direkt bei dir im Postfach und das Einkommen wird wieder ein Stückchen passiver 😉

    Viele Grüße

    Lars

    Antwort
    • 19. Juni 2017 um 7:23
      Permalink

      Hi Lars,
      vielen Dank für den Tipp. Gute Idee und man hat wieder etwas mehr Freizeit 👍

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort

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