Ein Selbstversuch: Währungsspekulation mit dem Lari




Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich von den diversen Währungs-Angeboten bei Mintos nicht viel halte. Im Januar habe ich bereits meine Meinung zu den Währungsangeboten in einem Artikel festgehalten – Währungsspekulation? – Nein, Danke! Im März habe ich mich dann mit den plötzlichen (intransparenten) Wechselgebühren beschäftigt – Mintos und der teure Währungswechsel.
In dem heutigen Artikel möchte ich euch über meine Erfahrungen mit der Währungsspekulation berichten. Nur schimpfen kann jeder. Ich habe 54 Euro („Risiko-„)Kapital genommen und mit dem georgischen Lari spekuliert. Viel Spaß!

Eine Warnung vorab: Bitte, bitte, lest den Artikel vollständig. Überlegt es euch bitte fünf mal, ob ihr wirklich in anderen Währungen spekulieren wollt. Mein Rat ist weiterhin: Lasst die Finger davon!!

Georgischer Lari

Hand aufs Herz, wer hat schon mal vom georgischen Lari gehört? Mir war die Währung bisher unbekannt. Erst durch die zahlreichen Währungen, die von Mintos angeboten wurden, bin ich auf den Lari aufmerksam geworden.

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Warum der Lari? Warum nicht der Zloty? Ganz einfach. Die Kredite, die Mintos für den Lari anbietet, lagen bei 16 % (aktuell sogar bei 17 %). Das ist die beste Rendite bei den Nicht-Euro-Währungen.
Zudem ist die Verfügbarkeit der Kredite sehr gut.

Meine ersten Lari

Beste Rendite, beste Verfügbarkeit. Die Wahl viel also schnell auf den Lari, für mein kleines Experiment. Wenn ich schon spekuliere, dann mit guten Voraussetzungen. Also habe ich 54 Euro in den Lari gewechselt. Der Currency Exchanger von Mintos ist ein sehr einfaches, gut zu verstehendes Werkzeug. Man kann hier schnell und einfach von einer Währung in die Andere wechseln. Das Ganze geschieht in Echtzeit. Es gibt keine Wartezeiten. Aber beachtet bitte die Gebühren (Mintos und der teure Währungswechsel).

Mein Start mit dem Lari
Mein Start mit dem Lari

Am 21. Februar 2017 habe ich den Währungswechsel durchgeführt. Der Wechsel war damals kostenlos. Schon am selben Tag, gab es plötzlich Gebühren für das Wechseln. Wenn ich heute 54,00 Euro in den Lari wechseln möchte, nimmt Mintos für diesen Dienst 1,08 Euro an Gebühren. Ich hatte Glück und musste noch keine Gebühren bezahlen.

Nicht das Mintos dafür keine Gebühren nehmen darf / sollte / könnte. Aber hier liegt bereits das erste Risiko. Auf die Gebühren hast du keinen Einfluss. Noch bevor du auch nur den ersten Kredit gekauft hast, hast du aus deinen 54,00 Euro quasi 52,92 Euro gemacht. Im Klartext heißt das, du hast Verlust gemacht, bevor du überhaupt angefangen hast zu investieren.

Der Mindesteinsatz für ein Investment liegt bei 25 Lari pro Kredit. Ich habe meine 150 Lari sofort investiert. Sechs 30-Tage Kredite von Lendo.
Bereits nach ein paar Tagen wurden zwei Kredite zurückgezahlt und ich kaufte zwei neue Lendo Kredite. Dieses Mal für 17%.

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Und das ist das zweite Risiko. Niemand garantiert dir die stabilen Zinsen der Kredite. In meinem Fall hatte ich Glück, dass Lendo von 16% auf 17% erhöht hat. Genauso gut hätte Lendo die Zinsen auch von 16% auf 14% senken können. Und dann? Geht gleich meine Rendite flöten.

Nach den zwei 17% Krediten habe ich keine Nachkäufe mehr getätigt. Mein Ziel war es schnell alle Kredite beendet zu sehen, um einen Kassensturz und ein Fazit machen zu können.

Am 20. April 2017 wurde der letzte Kredit durch die Buyback Garantie zurückgekauft. Mit dem Rückkauf endete mein Test.
Ziemlich genau 2 Monate habe ich gebraucht, bis alle Kredite zurückgezahlt wurden. 2 Monate, weil ich auf alle Buyback Zahlungen warten musste.

Mein Kontostand bei Mintos zeigt nun 153,81 Lari an.

Kassensturz

Kurz nachrechnen. 150,00 Lari in einmonatige Kredite zu 16% angelegt würde ich 152,00 Lari erwarten. Nun habe ich 153,81 Lari. Dies ist mit den Verzugszinsen und meinen zwei nachträglichen 17% Krediten  zu erklären. Zudem blieben 1,45 Lari liegen.

Nun interessiert mich aber nicht der Lari Wert, sondern der Wert in Euro. Also wieder ab zum Currency Echange und von Lari zurück in Euro wechseln.

Und alles zurück in Euro
Und alles zurück in Euro

Würde ich nun meine 153,81 Lari wieder in Euro wechseln, so müsste ich erneut eine Gebühr an Mintos bezahlen. Dieses Mal genau 3,23 Lari bzw. 1,22 Euro.

Richtig gelesen. Über 1,20 Euro kostet mich die Umwandlung, damit ich wieder Euro in der Tasche habe.
Der Lari kann nur ausbezahlt werden, wenn man ein Konto in Georgien hat. Wer hat das schon?
Oder an einen Paysera Account. Was Paysera dann für Gebühren nimmt, weiß ich nicht. Zudem kennen Lenndy Investoren Paysera bereits und mal so eben hat man da keinen Account angelegt.

Daher ist hier das dritte Risiko. Niemand kann dir die Gebührenstabilität bei Mintos garantieren. Wenn du jetzt denkst, naja 1,20 Euro geht ja noch. Dann sei dir bitte bewusst, dass die Gebühren prozentual abhängig sind. 2% Gebühren beim Wechsel von Euro nach Lari und 3,5% vom Lari zurück zum Euro (Übersicht aller Gebühren).

Ich sehe gerade, 3,5% können nicht stimmen. Habe das eben auf der Mintos Seite geprüft. Aktuell sind es keine 3,5% mehr sondern nur noch 2,1%. Ihr seht also, hier ist Leben drin. Von daher definitiv ein Risiko.

Das vierte Risiko ist die Währung an sich. Der Währungskurs zum Euro.

Lari - Euro Währungskurs
Lari – Euro Währungskurs (Quelle xe.com)

Ihr seht hier den Verlauf vom Lari zum Euro in den letzten 12 Monaten. Mit dem roten Pfeil habe ich den 21. Februar markiert, mein Kaufdatum des Lari. In den letzten 12 Monaten lag die Schwankung zwischen 0.34117 und 0.42020. Stabile Währungen sehen anders aus.

Fazit

Ich habe aus 54,00 Euro nun 56,66 Euro gemacht (vor Steuern). In zwei Monaten.
Ich weiß, dass ist eine sehr kurze Zeitspanne. Mir geht es aber gar nicht um die Laufzeit oder um die Rendite. Es sind, meiner Meinung nach, einfach zu viele Risiken.

Mein Ergebnis ist positiv. Mein Fazit aber negativ.

Warum ein negatives Fazit bei einem Gewinn? Ganz einfach, weil ich mich fragen muss, warum habe ich Gewinn gemacht? Weil ich ein toller Investor bin? Oder so eine tolle Strategie verfolge? – Nein!

Nein, ich hatte einfach nur Glück. Glück weil alle 4 Risiken zu meinen Gunsten gearbeitet haben:

  • Risiko 1: Wechselgebühren zur Zielwährung
    Ich musste keine Wechselgebühr von Euro zu Lari zahlen. Hier habe ich 1,08 Euro gespart.
  • Risiko 2: Stabile Rendite der Kredite
    Lendo hat die Kredite von 16% auf 17% erhöht
  • Risiko 3: Wechselgebühren zurück zum Euro
    Mintos hat die Gebühren aktuell von 3,5% auf 2,1% gesenkt
  • Risiko 4: Der Währungskurs
    Der Lari Kurs ging nach oben

Daher ist meine Rendite so gut, weil wirklich alle Risiken mir in die Hände gespielt haben.


Alleine die Wechselgebühren für das hin und zurück Wechseln, liegen zwischen 4-5%. Diese Gebühren musst du erst verdienen. Die 4-5% kannst du direkt von der Lendo Rendite abziehen. Die liegt, wegen der Gebühren, deutlich unter den 17%. Mach dir das bewusst, lass dich nicht blenden.

Daher mein Fazit:
Würde ich es wieder machen? – Nein!!
Würde ich es empfehlen? – Auf gar keinen Fall!!

Du hast vier Risiken, denen du wirklich ausgeliefert bist. Alleine schon der wacklige Währungskurs vom Lari sollte Abschreckung genug sein. Das hier ist was für Zocker, nicht für Investoren die ruhig schlafen wollen.

Bleib beim Euro. Denn hier ist Mintos wirklich zu empfehlen. Probier es aus! Keine andere Plattform bietet so viele Kreditgeber, Länder und Kreditarten. Wenn du noch mehr über Mintos wissen möchtest, schau auf meine Mintos Detailseite.

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7 Gedanken zu „Ein Selbstversuch: Währungsspekulation mit dem Lari

  • 3. Mai 2017 um 13:44
    Permalink

    Danke für die Warnung. Ich bin auch kein Freund davon. Hatte mal die Überlegung 100 Euro zu setzen. Aber die Wechselgebühren haben mich schon abgeschreckt.
    Wobei bei deiner kurzen Laufzeit die Wechselgebühren natürlich mehr ins Gewicht fallen. Je länger man in der Zielwährung investiert umso geringer fallen die Wechselgebühren ins Gewicht.
    Die 4 Gefahren sehe ich genauso.

    Antwort
    • 3. Mai 2017 um 21:05
      Permalink

      Hallo Schönwetterfrosch,

      mir ist bewusst das die Laufzeit recht kurz ist. Aber mir geht es in meinem Fazit auch nicht um die Rendite oder den Gewinn an sich.
      Es sind einfach zu viele Risiken, die sich in den paar Wochen herausgestellt haben.
      Aktuell ist der Lari Kurs gut und die Rücktauschgebühren bei Mintos niedrig, wer weiß wie das in ein paar Monaten aussieht.

      Antwort
  • 12. Mai 2017 um 7:56
    Permalink

    Vielen Dank für deine Erfahrung. Habe auch schon länger mit dem Gedanken gespielt, mit dem Lari anzufangen. Würde das aber längerfristig laufen lassen.
    Aber das mit den die Gebühren ist echt doof.

    Antwort
    • 12. Mai 2017 um 9:14
      Permalink

      Da ich deine Rahmenbedingungen nicht kenne, kann ich dir nur einen Tipp geben: Lass es bleiben 😉

      Antwort
  • 12. Mai 2017 um 8:30
    Permalink

    Dein Selbstversuch ist sehr negativ geschrieben. Ich investiere schon länger in Lari-Kredite. Meine Rendite stimmt bisher. Wenn du langfristig anlegst, minimierst du die Kosten/Risiken.

    Antwort
    • 15. Mai 2017 um 15:54
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      Oft heißt längere Laufzeit geringeres Risiko. Ich bezweifle aber, dass dies auch bei Währungsspekulationen gilt. Man könnte natürlich sagen, dass man nach einem Wertverfall der Zielwährung einfach auf eine Erholung wartet. Aber was ist, wenn diese nicht eintritt oder man das Geld eher braucht? Man sollte das Währungsrisiko nicht ausblenden. Im Idealfall bekommt man mehr Gewinn, im schlechtesten Fall dramatische Verluste. Dessen sollte man sich bewusst sein!

      Antwort
    • 15. Mai 2017 um 19:28
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      Ich bin auch der Meinung von MD, dass auch eine längerfristige Anlage die Risiken nicht minimiert. Ob die Währung nun kurz oder langfristig sinkt, macht am sinken des Kurses keinen Unterschied.
      Auch die Rückwechslung macht bei einer längerfristiger Anlege den Rücktausch nicht günstiger, da hier ein prozentualer Wert erhoben wird.

      Antwort

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