Die Gerüchteküche – TWINO entlässt Mitarbeiter

Ich bin kein Freund davon Gerüchte zu streuen. Aber hier geht es um unser Geld. Die Tage geht das Gerücht umher, dass TWINO eine Menge an Mitarbeitern entlassen hat. Grund für mich, diese Gerücht hier einmal näher zu beleuchten.

Gerücht: TWINO entlässt Mitarbeiter

Ein Blogger (Kristaps Mors) hat folgenden Blogartikel veröffentlicht „Would I invest 127k EUR in P2P platforms like Bondora, Mintos, Twino?„. Soweit erst mal unspektakulär.


Kristaps Mors scheint ein Lette zu sein, zumindest bloggt er viel auf Lettisch. Zudem scheint er Kontakte ins TWINO nahe Umfeld zu haben. In dem Artikel gibt es nämlich sehr brisante Informationen über TWINO.

[…]But 3 weeks ago on April 28th Twino unexpecedly fired a lot (some say even 50%) of their employees, possibly related to new regulations in Georgia (their largest market) and Denmark[…]

und

[…]Just 2 weeks ago Twino fired big part of their team and they have several hundred people working for them, so it is not a small thing. Could it be so serious, they might shut down or have issues with paying back investors? Probably not, but to hear about it from people close to company and not from CEO, and then seeing that their phone support is not working at all, makes me question, if it is wise to invest there.[…]

Für die nicht englischsprachigen Leser, TWINO hat angeblich eine Menge Mitarbeiter entlassen, der Blogger spricht von fast 50%. Da TWINO einige Hundert Mitarbeiter hat (TWINO selbst gibt 600 Mitarbeiter an) wird dies nicht als Kleinigkeit angesehen. Der Blogger glaubt zwar auch nicht daran, dass TWINO Zahlungsprobleme hat oder in Schieflage ist. Trotzdem wird bemängelt, dass solche Informationen nicht vom CEO kommuniziert werden, sondern man es von „TWINO nahen Personen“ erfahren muss.

Was bedeutet das nun?

Sollten wirklich fast 50% der Mitarbeiter gefeuert worden sein, dann stehen hier fast 300 Kündigungen auf dem Zettel. Selbst wenn es nachher nur 100 oder 150 Kündigungen sind, dann ist das trotz allem eine große Sache.
Ich für mich habe gleich daran gedacht, dass TWINO voll im Umbau steckt und sich neu aufstellen will. Immerhin ist TWINO aktuell in 9 Ländern aktiv. Durchaus möglich das man, das ein oder andere Land aufgeben wird. Was dann wiederum auch Kündigungen begründen würde. Deshalb bin ich mit Kristaps Mors einer Meinung, warum wird so eine wichtige Umstrukturierung nicht offen und transparent von der Geschäftsführung oder Pressestelle kommuniziert?

Denn was ist nun passiert? Die Gerüchteküche brodelt. Auch im P2P Forum von Claus, wird bereits diskutiert.
Der Forumsnutzer „mnl“ nennt die „Alternative Lending Index“ Studie, die TWINO vor Kurzem mit KPMG veröffentlicht hat. In der Studie wurden die Kreditmärkte europäische Länder untersucht. Durchaus möglich, dass TWINO die Ergebnisse der Studie nutzt, um sich aus weniger interessanten Ländern zu verabschieden.

Der Forumsnutzer „Scripophix“ bringt eine „Wichtige Änderungen im Bürgerlichen Gesetzbuch Georgiens“ in Spiel. Könnte ebenfalls mit ein Grund für einen Rückzuck sein. Die Zinsen werden in Georgien gedeckelt und man nährt sich internationalen Richtlinien an. Durchaus möglich, dass auch das einer der Gründe sein könnte.

Nun gut aber was bedeutet das Alles nun? Das ist eine Frage, die uns nur TWINO beantworten kann. Deshalb habe ich mich an TWINO gewandt (an Roberts Lasovskis) und gefragt, ob es eine offizielle Reaktion gibt.

Das Statement von TWINO

Meine Anfrage wurde sehr schnell beantwortet:

As you might know, although TWINO is headquartered in Riga, most of our business (on both the lending and investment side) is outside of Latvia.
We believe that local knowledge and expertise are crucial in lending business, so over the last few quarters we invested a lot into strengthening local teams in all areas, from marketing, to IT, to finance, to debt collection.
As the result, when we made the decision to focus on the growth in the existing markets, rather than continue expanding geographically, we realized that headquarter’s functions duplicated functions within the local lenders, and, unfortunately, had to part ways with some of the people.
Platform operations were not affected by the organizational changes within TWINO Group, as the success of TWINO Platform still grounds on the continuously strong performance of our local lenders.
Um kurz die nicht englischsprachigen Leser abzuholen, was hat mir TWINO geantwortet.
„TWINO hat seinen Hauptsitz in Riga (Lettland), macht aber einen Großteil der Geschäfte außerhalb von Lettland. Man ist der Meinung, dass für ein erfolgreiches Kreditgeschäft lokales Wissen und Fachwissen entscheidend sind. Deshalb habe man in den letzten Quartalen viel in die Stärkung der lokalen Teams investiert. Man habe hier alle Bereiche (Marketing, IT, Finanzen, Inkasso) ausgebaut.


Man kam nun zu dem Ergebnis, dass man in bestehenden Märkten wachsen will, als immer weiter zu expandieren. Zudem habe man festgestellt, dass sich viele Funktionen der Headquarters mit den lokalen Kreditgebern überschneiden. Deshalb habe man sich von Mitarbeitern getrennt.
Die Plattform TWINO wurde von den organisatorischen Veränderungen nicht beeinflusst, da die Plattform immer noch von der kontinuierlich starke Performance unserer lokalen Kreditgeber profitiert.“

 

Fazit

Das sich TWINO strukturell und organisatorisch neu aufstellen will ist ja schön und gut. Veränderungen sind gut und wichtig. Ein „Geschmäckle“ bleibt aber haften. TWINO hätte diese Informationen selbst offen und transparent verkünden müssen.
Jetzt ist die Katze aus dem Sack und das Statement von TWINO ist ok aber wirklich beruhigen tut es mich jetzt auch nicht.
Ich habe meinen Autoinvestor deaktiviert und werde noch einmal eine Nacht drüber schlafen. Wahrscheinlich werde ich mein Investment bei TWINO halbieren und das Geschehen weiter beobachten.
Wie gehst du mit der Situation um? Wirst du Konsequenzen ziehen?

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn du diesen Beitrag teilen würdest

Ein Gedanke zu „Die Gerüchteküche – TWINO entlässt Mitarbeiter

  • 26. Mai 2017 um 15:59
    Permalink

    Hallo Sebastian,

    mir geht es da wie dir, ich finde solche Dinge darf man gerade in diesem Umfeld nicht auf diesem Weg erfahren, sondern sollte es offen kommunizieren. Wie du schon richtig schreibst, immerhin geht es hier um unser Geld.
    Ich habe ebenfalls 50% meiner Ersparnisse bei Twino abgezogen und den AI deaktiviert. Somit werde ich etwas abwarten, wie es sich so die nächsten Wochen entwickelt und dann überlegen, ob ich wieder den einen oder anderen Euro investiere.
    Aktuell ist mir das da etwas zu heikel und es gibt ja auch genug Alternativen.

    Beste Grüße
    Johannes

    Antwort

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