Warum ich Aktien scheiße suboptimal finde ?

Ja, der Titel ist etwas plakativ aber nicht ganz unwahr.

Ich investiere nicht direkt in Aktien!

Genauer gesagt, ich mag keine Einzelaktien. Mein Depot selbst mit diversen, handverlesenen Aktien aufzubauen, zu diversifizieren, zu analysieren und zu verwalten, nein danke! Wenn Aktien, dann nur über große, sinnvolle Indizes. Mir kommen nur ETFs ins Haus.
Warum ich so denke und was mir an Aktien nicht passt, erfährst du in diesem Artikel.

Warum ich keine Aktien mag

Jeder, der aktuell etwas an Rendite erwirtschaften möchte, kommt an der Börse nicht vorbei. Und hier sind Aktien nun einmal das bekannteste Produkt. In den meisten Köpfen ist der Aktienhandel schnell und hektisch. Schnell kaufen und schnell wieder verkaufen, so wird es in Filmen gerne gezeigt. Schnell reich werden, das ist oft der Traum.

Doch auch Anfänger haben mittlerweile die Worte „Buy & Hold“ gehört. Kaufen und halten.
Warum ist das Kaufen und Halten so wichtig? Weil sich die Börse, auf lange Sicht gesehen, immer gesteigert hat.

DAX Chart seit 1959
DAX Chart seit 1959 (Quelle: finanzen.net)

Der obige DAX-Chart zeigt die Entwicklung seit 1959. Jede Krise und jeden Kurseinbruch hat der DAX mitgemacht und hat sich anschließend wieder davon erholt. Dieser Chart sieht beim Dow Jones, dem S&P500 oder dem EURO STOXX ähnlich aus, es geht langfristig immer nach oben!

Deshalb gibt es die Faustformel, Buy & Hold. Auch wenn der Kurs sinkt, irgendwann steigt er wieder. Auf einen stabilen Index (Dax, Dow Jones, …) bezogen, gehe ich diese Aussage mit. Deshalb bin ich ein sehr großer Freund von ETFs, die genau diese Indizes abbilden.
Was meine Investments an der Börse betrifft, so setzte ich ausschließlich auf ETFs. Was einzelne Aktien betrifft, sehe ich die Aussage deutlich kritischer. Auf eine Aktie bezogen ist die Aussage „irgendwann steigt das wieder“ ein Trugschluss, eine Lüge.

Es kann steigen, muss aber nicht. Oft ist es sogar so, dass es noch weiter bergab geht.

Ein paar Beispiele

Lass mich konkreter werden. Suchen wir Beispiele. Wenn du nun denkst, ich habe hier lange für Recherchieren müssen, dann täuscht du dich. Beispiele wie die folgenden Firmen gibt es wie Sand am Meer.
Fangen wir mit der „Volksaktie“ der Deutschen an. Die Aktie der Deutschen Telekom. Die T-Aktie. Wer kennt sie noch, die tollen Werbespots mit Manfred Krug, so um 1996 rum? Als Volksaktie wurde die Telekom gehypt. Die perfekte Altersvorsorge für Lieschen Müller und Oma Erna. Was sollte da schon schief gehen?

Kursverlauf der deutschen Telekom Aktie
Kursverlauf der deutschen Telekom Aktie (Quelle: finanzen.net)

Anhand des Charts kannst du schon erahnen, auf was ich hinaus will. Angenommen, du hast im Jahr 2000 für 60 oder 70 Euro Aktien gezeichnet, was nun? Nach 18 Jahren Buy & Hold sieht die Lage nicht ansatzweise entspannt aus. Wer hätte das damals erwartet? Die Telekom. Das war DER Marktführer. Und nun? Die Aktie tritt quasi seit 17 Jahren auf der Stelle.

1998 wurde in Deutschland der Telefonmarkt liberalisiert. Die Telekom verlor ihr Monopol. Wer kennt noch die warnenden Hinweise der Eltern „Du telefonierst erst nach 18 Uhr!“. Denn abends wurde das Telefonieren billiger.
Die ersten paar Jahre konnte die Telekom sich noch gegen die neue Konkurrenz behaupten. Die Verbraucher waren zuerst misstrauisch, die neuen Player mussten sich erst beweisen und etablieren.
1998 hat ein 2,5 Minuten Gespräch rund 74 Cent gekostet. 2007 dann nur noch rund 3 Cent (Quelle: Welt.de). Diese Preise hätte man 1998 für unmöglich gehalten. Heute zahlt man quasi gar nicht mehr, jeder hat eine Flatrate.

Du siehst, der Markt und die Zeiten ändern sich teilweise rasant. Es spricht nichts dafür, dass die T-Aktie je wieder in die Regionen von 60-70 Euro kommen könnte. Der Markt und das Geschäftsmodell von 1998 gibt es faktisch so heute nicht mehr. Heute zahlt niemand mehr groß Geld für das Telefonieren.

Vielleicht ein Einzelfall denkst du? Nein, so absolut überhaupt nicht.

Solarworld

Schauen wir mal einen Blick auf erneuerbare Energien. Solarworld. Ein deutscher Hoffnungsträger im Solarstromgeschäft. Solarstrom ist die Zukunft! Jahrelang stiegen die Umsätze. Die Zahlen waren blendend, man wollte sogar General Motors Teile von Opel abkaufen. Der Aktienkurs ging ab wie eine Rakete. Solarstrom sollte das Ding der Zukunft werden!

Kursverlauf Solarworld
Kursverlauf der Solarworld Aktie (Quelle: finanzen.net)

Wer hier zwischen 2006 und 2008 eingestiegen ist und auf ein Buy & Hold gesetzt hat … Gute Nacht. Schöne Scheiße. Solarworld hat im März diesen Jahres Insolvenz angemeldet. Der Kurs liegt aktuell bei 1,18 Euro. Ein Blick in die Glaskugel ist überflüssig, was soll hier noch kommen?

Beim Reinfall „Erneuerbare Energien“ ist Solarworld kein Einzelfall. Dem Ein oder Anderen ist vielleicht auch Nordex SE ein Begriff. Ein deutscher Hersteller von Windkraftanlagen, der im TecDAX gelistet ist. Die aktuellen Zahlen sehen zwar ganz solide aus, Investoren, die früh eingestiegen sind, schauen trotzdem seit über 15 Jahren in die Röhre.

nordex aktien kursverlauf
Kursverlauf der Nordex SE seit 2002 (Quelle: finanzen.net)

Keine Aktie aber dieselbe Branche. Prokon. Die Hoffnung im Bereich Windkraft. Prokon sammelte per Werbeflyer Geld ein. Vielleicht hattest auch du mal einen Prospekt von Prokon ungefragt im Briefkasten. Alles sah gar nicht so schlecht aus. Windenergie. Die Zukunft. Sauberer Ökostrom, was willst du mehr? Bis zu 8% Rendite wurden versprochen.
Prokon konnte von über 200.000 Anlegern 8,5 Mrd. Euro einsammeln. Bitte noch einmal lesen, 8,5 MILLIARDEN, nicht Millionen (Quelle: sueddeutsche.de)! Und dann war die Firma plötzlich insolvent. Die meisten wirtschaftlichen Berechnungen der Windparks haben nicht gestimmt.
Obwohl grüner Strom doch die Zukunft sein soll. Solarworld – weg, Nordex – ein Disaster, Prokon – weg.

Ja, ja. Ich weiß, jetzt kommen die Klugscheißer. „In Ökostrom hätte ich nie investiert“. Ja, vielleicht wärst du so schlau gewesen. Vielleicht wärst du die IQ-Bestie gewesen, die lieber auf Klassiker setzt. Auf eine Branche, die schon seit Jahrtausenden existiert. Die Banken! Was soll hier schief laufen? Geld brauchen die Leute immer!

Die Bankaktien – Commerzbank und Deutsche Bank

Alle die, die Telekom noch nie leiden konnten und genau wussten, dass neumodischer Schnick-Schnack wie Solarworld keine Chance haben, die haben nach „Rock-Solid-Branchen“ gesucht. Wie wäre es dann mit Aktien von Banken. Schließlich gibt es schon seit Jahrhunderten Banken. Die haben zudem auch das Kaiserreich überlebt. Was soll da bitte passieren? Da kommen z.B. traditionsreiche Banken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank infrage.

Die Commerzbank, 1870 gegründet. Hat Weltkriege überstanden, bis diese blöde Finanzkrise kam.

Kursverlauf der Commerzbank Aktie
Kursverlauf der Commerzbank Aktie (Quelle: finanzen.net)

Seit dem Bankencrash und der Teilverstaatlichung läuft gar nichts mehr. Wer hier bei 160 – 200 Euro eingestiegen ist und Buy & Hold betreibt, der darf sich jetzt über einen Kurs von unter 9 Euro freuen. Wahre Freude sieht anders aus. Bei einer Bankenaktien!
Aber auch hier, die Commerzbank ist kein Einzelfall in ihrer Branche. Bei der Deutschen Bank sieht es nicht viel rosiger aus.

Kursverlauf der Deutschen Bank
Kursverlauf der Deutschen Bank (Quelle: finanzen.net)

Wer bei der Deutschen Bank bei 70 – 90 Euro eingestiegen ist, darf sich aktuell über knapp 9 Euro freuen. Ob hier jemals wieder 70-80 Euro drin sind? Vielleicht für Leute die ganz, ganz, ganz lange leben wollen?! Ich weiß es nicht.
Auch US Banken knabbern noch an den Folgen, wie z.B. Bank of America oder die Citigroup.

Aber nicht nur einige Banken hat es mehr als hart getroffen. Schauen wir mal in den Energie Sektor.

Die großen Energiekonzerne

E.ON wird jedem ein Begriff sein. Höchststand bei knapp 46 Euro im Jahr 2008. 10 Jahre später liegt der Kurs heute bei 9,62 Euro.

E.ON Aktien kursverlauf
Kursverlauf von E.ON (Quelle: Finanzen.net)

RWE, der nächste große Energieversorger in Deutschland, hat ein ähnliches Kursbild.

RWE Aktien Kursverlauf
Kursverlauf der RWE (Quelle: Finanzen.net)

Wer bei RWE 2007 mit 90-100 Euro eingestiegen ist, der wird ordentlich heizen müssen, um den aktuellen Kurs von 21 Euro ertragen zu können. Nicht nur die Energieversorger, auch die Mineralölkonzerne hat es hart getroffen.

Shell (Royal Dutch Shell), der Kurs steht heute bei 30 Euro. Und genau bei 30 Euro stand der Kurs auch im Jahr 1998. Gerettet hätten dich hier nur die Dividendenzahlungen.
Wärst du bei BP im Jahr 2000 bei 9 Euro eingestiegen, wärst du heute bei 6,47 Euro.
Nur Exxon konnte so halbwegs überzeugen, wobei auch hier der aktuelle Kurs beim Kurs von 2010 liegt. Also auch hier sind die letzten 8 Jahre für umme gewesen.

Singulus

Kennt jemand von euch Singulus. Einen deutschen Maschinenbauer. Genau, Maschinenbau, das deutsche Aushängeschild im Ausland. Exportweltmeister Deutschland, dank den deutschen Ingenieuren! Singulus hatte eine tolle Zeit im neuen Markt und erfreute viele Anleger. Die Aktie war im TecDAX gelistet.

Kursverlauf der Singulus Aktie
Kursverlauf der Singulus Aktie (Quelle: finanzen.net)

Wenn ich das gerade richtig sehe, lag der Kurs bei über 10.500,00 Euro und nun bei 8,12 Euro. Hier sollten selbst die optimistischsten Optimisten zum heulen kommen. Wer hier seit 2001 auf Buy & Hold setzt und hofft, der hat wahrscheinlich einen sehr guten Beruhigungstee oder bezieht illegale Substanzen aus Amsterdam.

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Asian Bamboo

Auch ein toller Hype, eine Firma, die auf Bambus setzte. Öko und Grün. Bambos ein toller, schnell wachsender Rohstoff. Gehypt und geliebt. Die Umsätze und Gewinne vervielfachten sich zwischen 2007 und 2011.

Kursverlauf Asian Bamboo
Kursverlauf Asian Bamboo

Von 16 Euro wurde die Aktie auf 43 Euro gepusht. Heute ist die Aktie ein Pennystock. 2 Cent ist der aktuelle Kurs. Auch hier sehe ich keine Buy & Hold Zukunft, zumal das Unternehmen insolvent ist.

Das Handelsunternehmen – Die Metro

Metro, Real (die Supermärkte), Saturn, Mediamarkt und und und. 150.000 Mitarbeiter. Fast 40 Mrd. Euro Umsatz.
Der Metro-Konzern ist der Handelskonzern in Deutschland. Im Juli 2017 trennte man den Groß- und Einzelhandel vom Elektrohandel. Die „neue“ Metro AG ging mit 20 Euro an den Start und ist seither im Sinkflug. Aktuell liegt der Kurs bei 10 Euro. Die „Analysten“ (nicht das ich da groß was drauf geben würde) sind mit dem Ausblick sehr pessimistisch. Reine Größe rettet also auch nicht!

Weitere tolle Beispiele zur eigenen weiteren Recherche

Glaub mir, ich könnte die ganze Woche weiter machen. Es gibt so viele tolle Beispiele von großen bzw. vielversprechenden Unternehmen, die völlig abgeschmiert sind. Hier sind noch ein paar Beispiele, die du dir noch anschauen kannst:

  • Telegate
    Wer kennt die Werbung noch? „11880 – da werden Sie geholfen“, tolle und lustige Werbung mit Verena Pooth aka Feldbusch. Wie merke ich mir die 11880? Investiere 1188 Euro in die Firma und du bekommst 0 Euro zurück!
    Von 150 Euro auf aktuell 1,12 Euro. Na? Wer war dabei?
  • Aixtron
    Ebenfalls ein vielversprechender Maschinenbauer aus Deutschland. Höchststand bei 80 Euro, handelt man die Aktie nun bei schlanken 11,69 Euro.
  • K+S AG
    Kennt vielleicht jemand unter dem Namen „Kali und Salz“. Unter anderem der größte Salzproduzent der Welt. Wer hier 2006 bei ~80 Euro eingestiegen ist, wartet seither bei rund 21 Euro auf die „gute alte Zeit“.
  • Air Berlin
    Ich glaub, das kann ich mir schenken oder?
  • Infinion, TUI, OSRAM, und und und …

Aktien sind und bleiben riskant

Wir haben uns nun viele große und weniger große Aktien angeschaut, die alle dein Geld deutlich reduziert hätten. Natürlich kommen nun Sprüche „Wer war den so blöd und hat die Aktie damals gekauft?“. Kurze Antwort: Viele!
Wer hätte denn bei E.ON einen solchen Einbruch erwartet? Oder bei der Deutschen Bank? Oder der Deutschen Telekom?

Kein Mensch der Welt hätte es für möglich gehalten, dass eine Großbank wie Lehman Brothers über Nacht Pleite geht.

Ich bin daher absolut kein Freund von Einzelaktien im Depot.

Es gibt so viele „sichere“, „perfekte“, „leichte“ Strategien, wie man ganz tolle Aktien finden kann. Die Freude bei Gewinnen ist dann groß.  Man findet im Internet auf Blogs meist immer nur die „Gewinne“. Blogger berichten, was für tolle Aktien sie gekauft haben und wie die durch die Decke gehen. Wie viele scheiß Aktien der Typ davor hatte, erfährst du nicht.

Gehypt oder nicht?

Klar gehen Aktien wie Tesla oder Netflix steil nach oben. Aber wer weiß, ob es die Firmen in 5 Jahren noch geben wird? Was wenn die Chinesen mit Byton plötzlich Gummi auf die Straße bekommen? Und vielleicht sogar noch bessere Akkus anbieten als Tesla?
Was wenn wir in 5 Jahren Filme und Serien gar nicht mehr streamen? Oder Disney nächstes Jahr alle abschießt?

Es muss ja nicht einmal die wirtschaftliche Entwicklung der Firma schlecht laufen oder sich der Zeitgeist radikal ändern. Auch Betrug ist immer wieder ein Thema. Stell dir vor du liest morgens in der Zeitung plötzlich, dass Valeant Pharmaceuticals oder Baan Bilanzfälschung betreiben und du alles fallen lässt und schnell zum Rechner eilst … Du mit zittrigem Finger in Google die WKN eintippst (ich glaube im Falle von Baan war das noch Fireball oder Yahoo) und du betest, dass wenigstens noch die Hälfte da ist. Ja, dann weißt du, dass du eigentlich gar keine Aktien magst.

Glaubst du mir Alles nicht? Kennst du Daniel den Finanzrocker?

Das Leiden des Finanzrocker

Daniel Korth alias Der Finanzrocker muss ich bestimmt nicht vorstellen. Seit gefühlter Ewigkeit kümmert er sich um seine Finanzen, bloggt, schreibt Bücher und ist ein großer Fan von Aktien. Nebenbei betreibt er, zusammen mit Albert Warnecke – dem Finanzwesir – den Podcast „Der Finanzwesir rockt“. Der Podcast gehört zum Besten, was die Finanz-Podcast-Welt bietet und jede Folge wird von mir angehört. So auch die Folge 55 Aktienanalysen, die Ende März 2018 erschien.
Die Folge war natürlich ganz auf Daniel zugeschnitten. Er erzählte und erzählte über Techniken der Auswahl, Kennzahlen und dass man unbedingt das Produkt verstehen müsse.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, ich musste mich durch diese Folge echt kämpfen, da ich als ETF Investor den ganzen Schnick-Schnack überhaupt nicht nachvollziehen kann. Wieso soll ich einen Geschäftsbericht lesen? Warum mich mit dem KGV beschäftigen? Egal, man erkannte aber, dass Daniel voll in seinem Element war.
Das Fazit der Folge lässt sich grob mit dem Satz „Kaufe keine Aktie, ohne eine gründliche Analyse gemacht zu haben“.

Warum erzähle ich über den „Finanzwesir rockt“ Podcast?

Zumal mir die Folge gar nicht gefallen hat! Der Grund ist ein Newsletter von Daniel, der gut 2 Monate nach der Podcast-Folge verschickt wurde. Am 03. Juni schickte Daniel wieder einen Finanzrocker Newsletter an alle Abonnenten. Dieser Newsletter hatte den Titel „Halbjahresfazit: Achterbahnfahrt im Depot“.

Und nun könnt ihr vielleicht Ahnen, von welchem Leid Daniel berichtet hat. Seine Depotentwicklung hatte in 2018 bisher einen schlechten Verlauf gehabt.

Er kaufte die KPS AG. Der Aktienkurs ging darauf hin erst mal -40% in den Keller. Die letzten 6 Monate liegen sogar bei -47%. Er kaufte Bet-at-home Aktien, die daraufhin um -35% nachgaben. Daniel kaufte den chinesischen Autobauer BYD, hier ging es dann -25% runter.

Wenn es doof läuft dann gleich richtig. Zu allem Überfluss verlor er auch noch bei Altria 95% seiner Gewinne.
Aber zum Glück lief SIXT mit über 38% Kursgewinn zu seinen Gunsten.

Du siehst also, Daniel konnte 4 Aktien im Newsletter nennen, die richtig schlecht gelaufen sind und nur eine Aktie, die richtig gut Power gegeben hat. Damit ist Daniel ist ein super Beispiel für die Unberechenbarkeit der Börse. Wer die Podcast Folge gehört hat weiß, wie viel Energie und Aufwand er in die einzelnen Aktienanalysen steckt. Daniel besitzt ein großes Know-How, ist sehr kompetent und macht die Analysen mit viel Leidenschaft. Trotzdem sind auch Investoren wie er, nicht vor der Willkür der Börse geschützt.
Du kannst noch und nöcher Analysen fahren. Analysieren bist du tot umfällst.
Könntest du damit verlässlich Gewinner vorhersagen, wärst du unermesslich reich.
Es geht einfach nicht!

Besonders toll fand ich die Aussage von Daniel im Newsletter „Hätte ich nur auf meine 7 ETFs gesetzt, wäre ich besser gefahren.“.
Er wäre nicht nur besser damit gefahren, er hätte sich auch viele Stunden Zeit schenken können.

Mein Fazit – Warum du nicht in Aktien sondern in ETFs investieren solltest!

Momentan gibt es fast täglich neue Finanzblogger die über ihre Investments bloggen. Dazu gehöre auch ich. Das finde ich eine tolle Entwicklung und ich lese gerne die Beiträge meiner Bloggerkollegen. Diese sind meist eine tolle Inspiration und ich habe schon viele tolle Informationen daraus ziehen können.

Aktuell befinden sich die Börsen in einem Bullenmarkt. Der Bullenmarkt steht für anhaltend steigende Kurse.

Vergleich Dax und Dow Jones
Vergleich DAX und Dow Jones (Quelle: boerse.de)

Schaut man sich die großen Charts an wie den DAX und den Dow Jones, dann sieht man, diese steigen seit 8 Jahren. Seit 8 Jahren steigt fast alles. Das beflügelt viele. Manch einer ist von seinen Käufen so begeistert, da werden gleich mal eigene Bewertungsstrategien erstellt und im Blog angepriesen.
Seitenlange Artikel über wichtige Kennzahlen und bei welchen Ranges gekauft werden soll. Alles schön und gut. Aber bei fast allen, die solche Aktienanalysen und Kaufmuster erstellen und davon berichten, kann man zwischen den Zeilen lesen und erfahren, dass die alle bisher nur den Bullenmarkt mitgemacht haben. Einen Crash hat kaum einer mitgemacht.

Ja, es ist toll, wie sich viele Firmen in den letzten Jahren entwickelt haben. Aber ganz ehrlich. Ein Affe hätte 2010 ein Depot aus DAX und Dow Jones Titeln erstellen können und wäre heute im Plus. Nicht das ich Affen für dumm halte. Und Gott bewahre, auch ganz sicher nicht meine Bloggerkollegen. Aber ich lese viel zu wenig negatives über Aktien. In den letzten 8 Jahren ging fast alles nach oben. Da hättest du mit Pendeln und Münzwurf gute Aktien finden können.

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Der Bärenmarkt

Aber was viele noch nie mitgemacht haben ist, dass sich Aktien ganz schnell in die andere Richtung drehen können.
Spiel mal mit deinem Depot einen Bärenmarkt (dauerhaft sinkende Kurse) durch. In einem Bärenmarkt gibt es keine Logik. Da gibt es keine Vernunft und als allerletztes gibt es da nachvollziehbare Kursverläufe. Da bringt es dir einen Scheiß, dass deine Aktie vorher gute Kennzahlen hatte.

Natürlich erholen sich viele, die meisten, einige, ein paar der Aktien wieder und nicht immer muss man 15 oder 20 Jahre warten, bis alte Kursstände wieder erreicht sind. Aber das kann dir keiner vorher sagen. Daher kann ich dir nur raten, setze nicht einfach blind auf die „Buy and Hold Strategie„. Das halte ich für sehr fahrlässig und dumm.

Ich finde es wirklich großartig von Daniel, dass ein so großer Blogger und Aktienkäufer der so akribisch Aktien analysiert, zeigt, wie man damit trotzdem ins Klo greifen kann.
Eigentlich sollte nun auch noch ein Bericht über mein schlimmstes Aktienerlebnis folgen aber das sprengt den Artikel. Ich werden meinen Erfahrungsbericht in zwei Wochen nachreichen. Versprochen, ich lass Daniel da nicht mit alleine stehen. Auch ich schleppe seit 18 Jahre eine Depotleiche als Warnung mit mir rum.

Leg dich heute Abend mal ins Bett und stell dir vor, dein Aktiendepot ist morgen nur noch die Hälfte wert! Viel Spaß 😉

Du hast auch eine schlechte Aktien-Erfahrung gemacht? Ich würde mich sehr freuen, wenn du diese als Warnung für andere in die Kommentare schreibst. Vielen Dank!

Ich würde mich sehr freuen, wenn du diesen Beitrag teilen würdest

31 Gedanken zu „Warum ich Aktien scheiße suboptimal finde ?

  • 25. Juli 2018 um 1:02
    Permalink

    Herzlichen Dank für die vielen guten Beispiele, deine große Mühe und deine berechtigte Warnung!
    Jetzt müssten sich nur noch alle dran halten – dann wären wir mit dem Thema durch. Die „Stockpicker“ wären von ihrem Outperformance-Wahn befreit und könnten sich tausende Stunden Lektüre sparen. Jeder packt sich zwei bis fünf ETFs ins Depot und legt die Füße hoch. Gar keine schlechte Idee – und ganz bestimmt auch mehrheitsfähig.

    Allein: Hybrispseudoalphamännchen wie ich können kein Herdenverhalten. Geht einfach nicht. Danke trotzdem für den tollen Bekehrungsversuch!

    Antwort
    • 26. Juli 2018 um 20:33
      Permalink

      Hallo Hybrispseudoalphamännchen,

      danke für dein Kommentar, schade, dass mein Bekehrungsversuch gescheitert ist 🙂
      Ich drück dir alle Daumen!

      Sebastian

      Antwort
  • 25. Juli 2018 um 7:11
    Permalink

    Schöner ausführlicher Artikel! Bin ja selbst lediglich in ETFs investiert und kann einige Punkte gut nachvollziehen. Allerdings ist das Dargestellte auch nur die halbe Wahrheit. 🙂
    Man darf nicht einfach einzelne Aktien mit marktbreiten ETFs vergleichen, das macht in meinen Augen überhaupt keinen Sinn. Der Vergleich einer mittleren zweistelligen Anzahl an Aktien verschiedener Branchen etc. wäre da viel passender. Totalausfälle lassen sich immer finden. Den Artikel hätte man genauso gut mit gegenteiliger Conclusio verfassen können, indem Beispiele mit extrem erfolgreichen Aktien aufgeführt werden.
    Es ist natürlich Bullshit sich eine einzige Aktie (z.B. Telekom) ins Depot zu legen und die für immer zu halten. Wer das mit 30, 40 oder 50 Aktien macht, kann mit dieser Diversifizierung trotzdem einfaches buy-and-hold anwenden. Bei hinreichend großer Anzahl an Aktien schenkt sich das kaum mehr was. Der Grenznutzen der Diversifikation beim ETF nimmt schnell ab. Also es macht kaum einen Unterschied, ob 500 oder 1500 Aktien abgebildet werden. Ob 10 oder 30 abgebildet werden dafür schon.

    Mir gefällt der Artikel trotzdem gut!

    Grüße vom Depotstudent Dominik 🙂

    Antwort
    • 26. Juli 2018 um 20:37
      Permalink

      Hallo Dominik,

      du hast natürlich Recht, meine Meinung ist nur die eine Seite einer Medaille.
      Um ein breites Aktiendepot zu besitzen, braucht man aber auch das nötige Kleingeld.
      Es gibt wirklich Leute, die mit einem 100 Euro Sparplan die Amazon Aktie besparen. Bis diese Kollegen ein breites Depot aufgebaut haben …
      Da dann doch lieber einen ETF 😉

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
  • 25. Juli 2018 um 7:54
    Permalink

    Sehr guter Artikel. Ich denke die meisten unterschätzen bei Ihren Analysen gerne den Zeitaufwand, den sie betreiben. Obwohl ich Blogger bin und eigentlich sehr intensiv mit dem Thema beschäftige, habe ich seit Monaten nicht mehr ins Depot geschaut. Wieso auch? Ich habe meine ETFs, kaufe immer weiter zu und lasse es liegen. Sehr zeit- und nervensparend.

    Bei Einzelaktien hätte ich in einer Krise nämlich auch so meine Sorgen, ob sich das Unternehmen nochmal erholt oder ob ich damit einen Fehler gemacht habe. Mit meinen ETFs kann ich ruhig schlafen, denn irgendetwas in der Wirtschaft funktioniert immer.

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antwort
    • 26. Juli 2018 um 20:39
      Permalink

      Moin Dominik,

      vielen Dank für deinen Zuspruch.
      Ich sehe, da sind wir einer Meinung!

      Und viel Erfolg und Glück mit deinem Buch!

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
  • 25. Juli 2018 um 10:01
    Permalink

    Als jemand der die ganze Strecke von (nur) Einzelaktien ueber (etw) Fonds zu (fast nur noch) ETFs gegangen ist:
    Da alle Strategien mit Wenn’s und Dann’s und Aber’s verknuepft werden muessen (keine einfache Antworten auf komplexe Fragen):
    1) Du brauchst die Strategie, die (jetzt) am besten zu dir persoenlich passt und damit faengst du an!
    2) Je nach Naturell, versuchst du dich Weiterzubilden, zu lernen an deiner Persoenlichkeit zu arbeiten (Selbstreflexion, Aengste erkennen, dein Verhalten hinterfragen)
    (Hier liegt der groesste Hund begraben. Wer zittrig seine ETFs rausschmeisst, weil ein Donnerwetter ueber die Erde fegt, ist per se dem Einzelaktien-Anleger nicht ueberlegen.)
    3) Entsprechend ist dann die aktuelle Strategie immer das, was (gerade) am besten zu Dir passt

    Quantitativ laesst sich schon sagen, dass fuer die meisten ETFs „weniger schlecht“ waeren.
    Aber das gilt vielleicht nicht fuer jeden. Wir sind ja auch unterschiedlich gemacht – und das ist auch gut so.

    Als ETF-Profiteure brauchen wir die Einzelaktien-Anleger, Faktor-Beachter, Optionen-Schreiber sowie alle Arten von Spekulanten fuer die Index-Hygiene. Also nicht zu doll auf diese Eindreschen sondern Anfeuern 😉

    Anlegen ist ein bisschen wie Kettensaegen: Wer nicht genug darueber weiss/lernt/uebt, saegt sich schnell mal in den Fuss (und packt sie nie wieder an).
    Das Verhalten im Umgang mit der Saege ist manchmal wichtiger als die Saege selbst.
    Andere koennen sogar Kunst mit Kettensaegen (Eis-Plastiken).
    ETFs sind viell. die schwachbruestige Elektrokettensaege aus dem Discounter? Massenware. Genuegt aber fuer kleinere Jobs rund um’s Haus.
    Allen viel Erfolg beim Saegen.

    Antwort
    • 26. Juli 2018 um 20:41
      Permalink

      Hallo Jörg,

      vielen dank für das Teilen deiner Meinung. Die 3 Punkte von dir unterschreibe ich. Das Leben verändert sich und damit ggf. auch die Strategie!

      Sebastian

      Antwort
  • 25. Juli 2018 um 12:02
    Permalink

    Ich verstehe deine Haltung. Nichts desto trotz sind dir hier ein paar Inhaltliche Fehler unterlaufen.
    Vergleich Dax und Dowjones. Du müsstest Dax Kursindex (Steht bei 5.833 Punkten) und Dowjones vergleichen damit es passt. Der Dax ist ein Performance Index -> Dividenden werden fiktiv Reinvestiert.

    Langfristig sterben alle Unternehmen, wegen der schöpferischen Zerstörung nach Schrumpeter. Aktien halten mit Buy and Hold gleichzusetzen halte ich auch für falsch. Schon alleine aus dem Grund der Schöpferischen Zerstörung muss man Aktien regelmäßig Screenen. Ziel ist es diese Sterbenden Unternehmen vor dem Untergang auszusortieren und in Wachstumswerte/ unterbewertete Unternehmen umzuschichten.
    Diese sterbenden Unternehmen, die in der Argumentation verwendet werden, erwirbt man mit den meisten (all World) Etfs auch mit. Comerzbank? Ist die nicht auch mit im Dax? Und das trotz der Kursverluste.

    Ich verstehe wirklich deine Sichtweise, dass ETFs für viele besser sind. Besonders die Zeitersparnis und trotzdem die Marktrendite zu erhalten ist sehr gut. Aber die Argumentation diesen Artikels kann ich nicht ganz folgen. Das Problem vieler sind die Gefühle, oder das Sie nicht verstehen, dass an der Börse immer noch Menschen handeln und es Regulierungen gibt. Diese Chancen werden dann nicht genutzt.

    Kleines Beispiel:

    VW. Bei der Abgasnummer. Die Institutionellen müssen raus. Verkaufsdruck entsteht. Als Privater ist man frei und man kann hier viel Rendite erwirtschaften. Ich erinnere mich noch sehr gut als VW bei 97€ stand, ich mir die Bilanzen angeschaut habe und im nächsten Moment bei meiner Oma angerufen habe, dass Sie möglichst schnell zur Bank gehen soll. Hier kommt das eigentliche Anleger Problem, Sie hat sich sehr durch die Medien verunsichern lassen, Angst. Das sehe ich bei Privatanlegern immer wieder. Das sie Chancen nicht nutzen, wie bei mir beim Frauenansprechen… (scheint irgendwo dann doch Menschlich zu sein?)

    Die meisten der Vorgestellten Bad Companys konnte man durch Bilanzanalyse herausfiltern z.B. Telekom -> war maßlos Überbewertet. Sogar der Bildindikator schlug an. Dann noch die beiden Solarfirmen, die so schon unter extremen Kostendruck standen, extreme Konkurrenz aus China und im Fernsehen Werbung dafür gemacht hatten (wie German Pellets). Alles Dinger in die eigentlich nur der „Typische Privatanleger“ Investiert und nicht der Investor.

    Natürlich ist man weniger Diversifiziert, bei Aktien, deshalb müssen diese auch besser gescreent werden. Der Unterschied der Diversifikation zur nächsten zusätzlichen Aktie nimmt aber sehr stark ab, mit 50 Aktien ist man fast genauso gut Diversifiziert wie mit 70.(Funktion Verläuft wie ein beschränkter Zerfall) Wer nur eine Aktie im Depot hatte, grüß Gott. Gegen Politik und Betrügereien schützen beides nicht.

    Das schönste am Kapitalismus, ist, dass jeder die Anlagestrategie verfolgen kann die er mag 🙂
    Ich benutze im übrigen beides 🙂

    Beste Grüße,
    Pascal

    Antwort
    • 26. Juli 2018 um 20:44
      Permalink

      Moin Pascal,

      ich sehe schon, da hat Jemand ebenfalls Ahnung und Erfahrung!
      Schön, dass du beides verfolgst 😉
      Ich wünsch dir viel Erfolg!

      Sebastian

      Antwort
  • 26. Juli 2018 um 9:07
    Permalink

    Hallo Sebastian,

    vielen Dank fūr den erfrischend meinungsstarken Artikel. Allerdings finde ich eine Auswahl besonders schlecht gelaufene Aktien und die Fallhöhe von ihrem Hochpunkt bis heute darzustellen und damit das aktive Investieren per se disqualifizieren zu wollen, mit dieser Argumentation etwas dünn.

    Mit einem ETF erziele ich eine Durchschnittsrendite. Das bedeutet, dass es jede Menge Aktien gibt die schlechter performen als der Markt und auch jede Menge, die besser performen. Leider wurden die besseren hier nicht dargestellt. Genauso gibt es überdurchschnittlich performende Anleger und welche, die nicht so viele richtige Entscheidungen treffen.

    Finanzrocker Daniel erwähnt einen beispielhaften Auszug aus seinem Depot und soweit ich mich erinnere, gilt die im Newsletter geschilderte Performance nur für das erste Halbjahr 2018. Das Beispiel finde ich für deine Argumentation nicht besonders geeignet. Daniel stellt seine Fehlentscheidungen und negativen Erfahrungen dar um zu zeigen, dass er ein ganz normaler Privatanleger ist, dass Fehler dazugehören und nichts sind, wovor man Angst haben muss. Zudem kann er sich sehr gut verkaufen und weiß, dass authentisch zu sein bei seinen Hörern/Kunden gut ankommt. Wer sagt aber, das Daniel nicht zu den unterdurchschnittlichen Anlegern gehört? Ich bin mir aber sicher, dass er mit seiner Vorgehensweise bzw mit seinem Gesamtergebnis zufrieden ist, denn sonst würde er nicht weiter aktiv investieren.

    Außerdem erweckt dein Artikel den Eindruck, dass ein ETF weniger risikoreich bzw weniger volatil als jedes Aktienportfolio sei. Es klingt auch so, dass ETF in einem Bärenmarkt weniger stark fallen würde.

    Wenn wir einen fiktiven ETF mit 20 Unternehmen zu Grunde legen würden (ob 20, 200 oder 2000 ist egal), dann würden innerhalb des Marktes 12 Aktien gut und 8 schlecht performen. So entsteht dann die Durchschnittsrendite von ca 7 Prozent.

    Ich persönlich versuche mit meiner aktiven Strategie einfach nur durch den Tausch zeitlichen Aufwand gegen Gebührenersparnis die Waage von 12/8 in Richtung 15/5 zu bewegen. Und ich muss mich dann hinterfragen, wie groß meine Outperformance zum Markt sein kann und ob das Ergebnis im Verhältnis zum Aufwand steht.

    Im ersten Halbjahr 2018 wäre ich mit einem ETF auf den MSCI World nur rund 2 Prozent schlechter gewesen. Mein Aufwand hat sich für dieses Zeitfenster also nicht gelohnt. Auf sieben Jahre sieht das ganze da schon wieder anders aus.

    Ich kann aber auf keinen Fall hinterher hingehen, die 5 schlechten Aktien erläutern und sagen: „Aktives Investieren ist scheiße oder suboptimal.“ Scheisse ist weder passives noch aktives Investieren. Für einige ist die eine Variante die bessere Lösung, andere fahren mit der anderen besser. Wieder andere entscheiden sich für die falsche, was sich aber erst im Nachhinein herausstellt.

    Da würde ich mir von dir zu diesem Thema eine differenziertere Herangehensweise wünschen. Trotzdem ist deine Kernaussage natürlich nachvollziehbar. Aber sie gilt nicht für jeden.

    Schöne Grüße
    Marco

    Antwort
    • 26. Juli 2018 um 20:49
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      Moin Marco,

      du darfst gern deinen Aktienhandel weiter betreiben. Du scheinst genauso wie Daniel da tief in der Materie zu sein und Spaß daran zu haben. Finde ich super und ich wollte dir mit meinem Artikel auch gar nicht auf „die Füße treten“.
      Es gibt aber viel zu viele Anfänger, die viel zu wenig Wissen haben und auch gar nicht die Lust und das Know How haben, so aktiv den Aktienmarkt zu verfolgen. Die Aktien kaufen, weil irgendwer die durch irgendeine Analyse empfohlen hat.
      Die mit kleinem Geld ein viel zu kleines Depot haben, um breit aufgestellt zu sein.
      Diese Zielgruppe sollte sich mal ein paar meiner Negativbeispiele anschauen 😉

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
      • 30. Juli 2018 um 21:47
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        Hi Sebastian,

        ich fühle mir überhaupt nicht auf die Füße getreten. Im Gegenteil. Ich find es super, dass mal endlich wieder jemand eine klare Position zu einem Thema eingenommen hat. Zuletzt war mir das auf den meisten Finanzblogs ein bisschen viel von „Das muss jeder für sich selbst entscheiden“-Atmosphäre. Ich kann mich da selbst gar nicht ausnehmen. Für die von dir genannte Zielgruppe wird eine ETF-Strategie in den meisten Fällen die sinnvollste Variante sein. Aktives oder passives Investieren sollte meiner Meinung nach nur nicht pauschal in Gut oder Böse eingeordnet werden.

        Besten Gruß
        Marco

        Antwort
  • 27. Juli 2018 um 0:00
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    Hallo Sebastian, ich gehöre zu den neuen Lesern deines Blogs, da ich mich relativ frisch mit dem Thema Investieren am Aktienmarkt beschäftige. Deine Meinung, die du wie ich finde ganz gut rübergebracht hast, vertrete ich an sich auch; Einzelaktien würde ich ETFs/Fonds nicht vorziehen. Einzelrisiko, Aufwand, benötigtes Wissen, Zeit, die Summe an „Energie“ scheint mir hier nicht im Verhältnis zur Rendite zu stehen – zumindest nicht als „Anfänger“ wie mir. Profis wie die Nachbarn Finanz[wesir/rocker] kriegen das sicher besser hin. Wie hier aber auch schon besprochen: Beide Seiten werden benötigt, damit der Markt funktioniert 😉
    Nun komme ich also aus dem Bereich P2P, hier schon seit vielen Monaten happy und gut investiert und möchte Fuß im Bereich ETF/Fonds fassen. In einem anderen Artikel von dir („Passendes Depot finden?…“) habe ich mir für den Start depot-vergleichen.de und justetf.com rausgezogen und werde mich da zeitnah drauf stürzen, nachdem ich noch mehr gelesen habe. Eine Frage aber an dich als Experten, die Antwort darauf fand ich bisher nur vom Lesen vieler Blogs und Berichte noch nicht: Wie sinnvoll hältst du den Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt?? Anlagehorizont 12-18 Jahre, Sparplan, möglichst wenig Aufwand, einmaliges größeres Einstiegskapital wäre möglich (für den richtigen „Kick“)? Ich kriege mit, dass die Märkte gerade hoch aber angespannt sind, das Konstrukt wackelt, keiner weiß es genau aber es könnte ja bald einstürzen, „Rückkauf auf 10k-11k Punkte“ höre ich? Sollte man da jetzt überflüssiges, rumliegendes Geld in den Markt investieren oder lieber noch etwas warten? Was wäre da deine Meinung?

    Antwort
    • 30. Juli 2018 um 20:54
      Permalink

      Moin Hannes,

      entschuldige die verspätete Anmeldung.
      Vorweg, ich bin sicherlich kein Experte, schon gar nicht, was den Aktienmarkt betrifft 🙂
      Ich warte eigentlich seit 2016 auf den großen Crash. Dummerweise steigt und steigt Alles.

      Überall immer mehr Idioten an der Macht, der Welthandel droht zu kippen, die Nato wird in Frage gestellt und der Aktienmarkt? Der steigt.
      Keine Ahnung was da los ist.
      Wenn ich dir den idealen Einstiegspunkt an der Börse vorhersagen würde, dann würde ich sicherlich keinen Golf, sondern irgendwas doppelt so großes fahren.

      Fang doch einfach einen oder zwei Sparpläne an, steig in den Markt ein und halte ein wenig in der Hinterhand. So fahre ich aktuell. Eine Garantie ist das allerdings nicht.

      Hoffe dir trotzdem irgendwie weiter geholfen zu haben?!

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
      • 30. Juli 2018 um 22:21
        Permalink

        Danke für die Einschätzung – ich lasse das in meine aktuelle Gefühlslage und Strategie einfließen 😉
        Ich werde zeitnah mein ETF Portfolio zu Ende geplant haben – ggf. melde ich mich dann nochmal bei dir für eine Einschätzung; wenn ich das Gefühl abgeschüttelt habe, mich mit der Auswahl als Anfänger blamieren zu können 😉
        LG, Hannes

        Antwort
        • 31. Juli 2018 um 21:07
          Permalink

          Plane nicht zu viel.
          Meine ETFs waren Thesaurierend und wurden nun auf Ausschüttend umgestellt.
          Dann kam noch ein neues Gesetzt zur Besteuerung.
          Du siehst, planen kann man viel 🙂

          Schöne Grüße
          Sebastian

          Antwort
  • 30. Juli 2018 um 12:49
    Permalink

    Moin Sebastian,

    toller und absolut nachvollziehbarer Artikel. Deine Aktienbeispiele sind natürlich extreme Sonderfälle. Mit einem ausgewogenen und breit aufgestellten Einzelaktien-Depot haben diese nur einen begrenzten Einfluss auf die Gesamtperformance.

    Vielen Dank auch für die Erwähnung. Meine Halbjahresperformance war tatsächlich ein Fall für graue Haare, aber seitdem hat sich das Bild auch wieder deutlich geändert. Mit drei Mega-Underperformer im mittleren zweistelligen Minusbereich wird es jedoch schwierig auf einen grünen Zweig zu kommen. In den Jahren davor lief es aber mit Einzelaktien wesentlich besser. Da habe ich auf Zockeraktien aber auch komplett verzichtet. Dieses Jahr war die Verführung jedoch zu groß und ich bin damit voll auf die Schnauze gefallen. Immerhin habe ich wieder etwas gelernt.

    Die „Finanzwesir rockt“-Folge zum Thema Einzelaktien beschreibt halt in allen Einzelheiten meine Herangehensweise an die Bewertung und den Kauf von Einzelaktien. Das ist natürlich für die passiven Anleger nur bedingt interessant. Anfangs ist das wirklich aufwändig, aber wenn sich die Prozesse etabliert haben, wird es viel einfacher. Aber im Vergleich zum passiven Investment in ETFs ist es trotzdem noch viel mehr Arbeit.

    Viele Grüße
    Daniel

    Antwort
  • 30. Juli 2018 um 21:00
    Permalink

    Moin Daniel,

    vielen Dank für dein Kommentar.
    Natürlich sind meine Beispiele extrem aber trotzdem mit Telekom, Deutsche Bank, … keine kleine Firmen.
    Natürlich will ich auch niemandem den Aktienhandel verbieten. Trotzdem ist das Bild von Aktien, gerade bei Anfängern, meiner Meinung nach zu geschönt.
    Von daher lag es mir sehr auf dem Herzen, auch mal die „andere“ Seite zu zeigen.

    Zudem freut es mich zu hören, dass sich dein Depot wieder erholt hat!
    Ich fand dich als Beispiel halt nur mega genial, da du ja wirklich eine sehr professionelle Herangehensweise hast und wirklich jeden Aspekt analysierst. Von daher bin ich dir sehr dankbar, dass du trotz der Analysen mal „ins Klo“ greifst.

    Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg und vor allem auch bei deinen Podcasts!!!

    Schöne Grüße
    Sebastian

    Antwort
  • 31. Juli 2018 um 10:11
    Permalink

    Kann deine Angst vor Einzelaktien gut nachvollziehen. Dein Fazit, deswegen aber in ETFs zu investieren, halte ich für ziemlich naiv. Ich kann dir auch genug ETFs aufzeigen, die über Jahrzehnte keine positive Entwicklung erzielt haben.

    Die wesentliche Schwäche der Aktie hast du im ETF weiterhin: Du hast weder einen Einfluss auf die Kurse, noch kennst du die zukünftige Wertentwicklung. Nur weil ETF drauf steht, heißt es nicht, dass du in Zukunft Gewinne machst. Hinzu kommt — keiner Weiß wie groß die Gewinne wirklich sein werden (Stichwort Japan!)

    In beiden Anlageklassen hast du weder Kontrolle über die Geschäftspraktiken, noch Einfluss auf die Wertentwicklung (im Gegensatz zu Großinvestoren). In beiden Fällen bist du ein dummes Schaf, das mit allen anderen durch die Weide getrieben wird.

    Ich wünsche dir viel Spaß und Geduld mit deinen ETFs. Lieber man hat eine Strategie als gar keine. Ich empfehle der Weile allen ernsthaften Investoren, sich nach Strategien umzusehen, wo sie Gewinne und Verluste selbst beeinflussen können ohne auf die Zukunft hoffen zu müssen.

    Antwort
    • 31. Juli 2018 um 21:13
      Permalink

      Moin Rico,

      wenn ich von ETFs spreche, dann von großen Indizies. Ich setze auf World, EuroStoxx 600 und EM. Also stabile ETFs, keine Spielereien.
      Wenn hier ein paar Aktien nicht performen, dann ist das zu verkraften. Wenn die Aktien dauerhaft schwächeln, fliegen sie ggf. aus dem Index und der nächste rückt nach.

      Das man an der Börse seine Gewinne selbst beeinflussen kann, halte ich für ein Gerücht 😉

      Antwort
  • 31. Juli 2018 um 15:18
    Permalink

    Hallo,
    ich finde, dass der Vergleich ein wenig hinkt.
    Alle von dir aufgezeigten Negativbeispiele sind ja auch in deinem ETF in irgendeiner Form enthalten. Genauso wie all die Tenbagger die es in den letzten Jahren gegeben hat. Auch in einem Einzelwertportfolio sollte ein bisschen auf Diversifikation geachtet werden.

    Ich halte daher einen Vergleich ETF vs. Einzelaktien-PORTFOLIO für deutlich fairer.

    Persönlich halte ich hauptsächlich Einzelaktien und fahre damit in den letzten Jahren sehr gut. Meine Performance liegt deutlich übder den üblichen Indizes, ich bin unmittelbar am Unternehmen beteiligt, ich habe keine Swaps, Wertpapierleihe etc. und ich sparen eine Menge Gebühren.

    Ich glaube es lässt sich absolut nicht pauschalisieren, welches Instrument das bessere ist. Es gibt nur richtig und falsch auf Investorenebene.

    PS: Du bezeichnest Aktien oben übrigens als Produkt, das ist eigentlich nicht korrekt. Tatsächlich sind die ETFs das Produkt auf Grundlage von Einzelaktien.

    Viele Grüße
    Jan-Christian

    Antwort
  • 31. Juli 2018 um 21:17
    Permalink

    Hi Jan-Christian,

    jeder der Lust und Freude daran hat, sich sein Portfolio selbst aufzubauen darf das gerne tun.
    Du bist mit deinem Depot die „letzten Jahre“ gut gefahren, weil quasi Alle mit ihren Depots gut gefahren sind. Es geht seit 8 Jahren einfach stetig nach oben. Ein Crash ist bisher ausgeblieben.

    Aber du bist mit einem ETF natürlich nicht unmittelbar am Unternehmens beteiligt, dass ist korrekt.

    Antwort
    • 1. August 2018 um 20:00
      Permalink

      Hallo Sebastian,
      mit „nicht schlecht gefahren“ meinte ich natürlich deutlich über den Indizes.
      Und genau damit muss ich mich vergleichen, sonst hätte ich eben auch auf ETFs setzen können.

      VG

      Antwort
  • 1. August 2018 um 14:27
    Permalink

    Genauso kannst du die schlechten Aktien aus deinem Depot raus schmeißen. In einem Index kannst du Verlierer nicht einfach rausschmeißen, du musst immer den ganzen Korb kaufen.

    Stichwort Gewinne und Verluste beeinflussen: Das geht. Institutionelle Investoren machen das über aktive Arbeit in den Medien (Preismanipulation) sowie über direkt Einflussnahme auf das Management. Kleinen Investoren ist das leider nicht möglich.

    Es gibt aber andere Instrumente mit denen auch kleine Investoren die gleichen Strategien wie große Investoren handeln können. Für einen Hobby-Investor, der auf Windfall-Gewinne ohne Arbeit wettet und damit an der Börse eher auf sein Glück als auf Nachhaltigkeit wettet, sind diese Instrumente natürlich zu aufwändig. 😉

    Antwort
  • Pingback:Finanzblogroll - Monatsabschluss Juli 2018

  • 2. August 2018 um 10:55
    Permalink

    Hallo Sebastian,

    einzelne Aktien mit dem Index zu vergleichen ist zwar etwas „unfair“, aber auch bei einem „Korb“ an Einzelaktien vs ETF muss ich Dir zustimmen!

    Ich habe es vor ein paar Jahren selber versucht mit ca 10-15 Einzelaktien, neben dem ETF Welt Portfolio, das ich weiterhin geführt habe. Portfolio Performance macht es (trotz keines Totalausfalls und einiger guter Picks wie Microsoft) klar – insgesamt habe ich
    a) viel Zeit mit der Auswahl von den Einzeltiteln verbracht
    b) ca 1% pa weniger Rendite (inkl Dividenden etc) in dem Teil gemacht

    Konsequenz: Ich liquidiere nach und nach die verbliebenen Einzelpositionen und lasse es die ETFs richten – ohne oder besser mit viel weniger Aufwand – und genieße meine zusätzliche Freizeit 🙂

    Viele Grüße
    Thorsten

    Antwort
  • 25. August 2018 um 10:04
    Permalink

    Eine interessante Ansicht die du da hast. Ich persönlich mache eine Mischung zwischen Aktien und ETF’s und finde es besser, wenn man paar Einzel Aktien hat, da man die Chance hat auch höhere Gewinne erzielen zu können. Klar hat man auch mehr Risiko, aber genau deshalb heißt es ja auch Rendite.

    Ich setze auf Dividenden Aktien und ETF’s, da es ein viel besseres Gefühl ist, wenn man Bargeld bekommt. Es wird dann zwar wieder investiert aber bei einem dicken minus im Depot bekomme ich trotzdem meine Rendite in Form von Dividenden.
    Das macht es einfacher diese Zeit Recht entspannt zu überstehen. Wenn man dann das Geld von den Dividenden Aktien nachkauft, dann sinkt das Minus durch den geringeren Einstiegspreis. Ich finde auch, das die Analyse die Zeit nicht wert ist, da man wie in deinem Beispiel trotzdem ein dickes Minus im Depot haben kann.

    Antwort
  • 9. September 2018 um 13:21
    Permalink

    Hallo Sebastian,

    schöner Artikel, Du hast Dir etliche negative Beispiele herausgepickt, es gibt aber genauso etliche Aktien mit positiver Entwicklung. Ich finde, diese Darstellung stellt den Aktienmarkt zu einseitig und verzerrt da.

    Es ist sicher wichtig und richtig vor den Risiken zu warnen, aber man sollte dann auch die möglichen positiven Entwicklungen darstellen, dann kann jeder für sich entscheiden.

    Beste Grüße
    Christian

    Antwort
    • 9. September 2018 um 20:08
      Permalink

      Moin Christian,

      ja, ich gehe zu sehr auf die negativen Aspekte/Beispiele ein.
      Wie ich im Fazit geschrieben habe, finde ich die Darstellung in der Finanzblog-Welt im Allgemeinen viel zu positiv.
      Von daher dachte ich mir, es schadet nicht die Gefahren der Börse zu beleuchten.

      Schöne Grüße
      Sebastian

      Antwort
  • 14. September 2018 um 13:02
    Permalink

    Hallo Sebastian,

    interessanter Beitrag.

    Ich bin seit 24 Jahren im Aktienmarkt investiert; die P2P-Welt ist hingegen eine neue für mich.

    M.E. ist Buy and Hold für uns Privatanlger das gescheiteste. So erziele ich selbst mit meinem derzeit schlechtesten Investment (H&M) eine zweistellige Per-Annum-Rendite.

    Wollte nur meinen Senf dazugeben.

    Gruß

    Torsten

    Antwort

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