Warum Kredite so gefährlich sind!

Ständig sieht man in Zeitungen oder im Internet Anzeigen, die einem Kredite für 0% anbieten. Alles konsumieren, jetzt! Den größten Fernseher, das schöne Auto und am besten noch das neuste Smartphone.
Die Werbung treibt uns zum Konsum. Damit dies schneller und einfacher geht, bekommen wir bei den Banken und direkt in den Geschäften schnell und einfach Kredite ab 0%. Also, warum nicht?

Lass die Finger von Krediten!

Es gibt einen schönen Satz:
„Wenn du es dir nicht leisten kannst, dann kauf es nicht.“

Natürlich ist das eine harte Aussage. Gerade in Zeiten, wo Kredite mit Nullzins angeboten werden. Manch einer kommt hier ins rechnen, ob man sein Geld lieber auf dem Tagesgeldkonto liegen lässt und dem Konsum über Kredite nachkommt. Immerhin bieten Banken bei Neukundenaktionen durchaus auch heute noch bis zu 0,80% Zinsen auf das Tagesgeld an. Da stellt sich die Frage, ob man dann die neue Waschmaschine oder den neuen Fernseher doch über einen 0%-Kredit finanzieren sollte?

Die Antwort ist, in vielen Fällen, mit Nein zu beantworten.

Ein kleines Rechenbeispiel

Du brauchst eine neue Waschmaschine. Dein gewünschtes Markengerät kostet aktuell 500 Euro. Das Geld hättest du. Aber der Verkäufer bietet dir eine 0%-Finanzierung ohne weitere Kosten an. Du grübelst nun, sollst du den Kredit aufnehmen und deine 500 Euro lieber für 0,8% auf das Tagesgeldkonto legen? Schwierige Frage!

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Rechnen wir das einmal kurz durch.
Nehmen wir an, der Kredit läuft 12 Monate, genauso wie die Zinsen auf dein Tagesgeld. Du müsstest dann 12 Raten zu je 41,67 Euro an die Bank zahlen (500 Euro / 12 Monate = 41,67 Euro pro Monat).
Auf der anderen Seite würdest du mit deinem Tagesgeld ~33 Cent pro Monat an Zinsen einnehmen (0,8% von 500 geteilt durch 12 Monate).

Nach dem einen Jahr hättest du dann:

  • 500 Euro an die Bank zurückbezahlt und
  • 4 Euro mit deinem Tagesgeld an Zinsen verdient.

In der Tat hättest du so 4 Euro mehr in der Tasche. Aber hat sich das gelohnt?
Was wäre, wenn du mit deinen 500 Euro die Waschmaschine direkt bezahlt hättest und einfach 12 Monate lang die 41,67 Euro auf das Tagesgeldkonto eingezahlt hättest?
Dann wärst du 12 Monate lang ohne Kredit und Rückzahlung ausgekommen und hättest am Ende 502,21 Euro auf dem Tagesgeldkonto (500,04 Euro (12 x 41,67) an Einzahlungen und 2,17 Euro an Zinsen).


Damit hättest du also im Vergleich keine 4 Euro gespart, sondern nur 1,83 Euro.

Und für 1,83 Euro „Gewinn“ hättest du dir folgende Nachteile eingefangen:

  • Bindung an die Kreditlaufzeit
  • starre und feste monatliche Raten
  • Schufa Eintrag

Nur das Geld ausgeben, welches man in der Tasche hat

Sobald der Kredit nicht kostenlos ist, sondern Zinsen aufruft, lohnt sich die Rechnung überhaupt nicht mehr.

Von daher meinen Rat, lasst die Finger von solchen Verlockungen. Gebt nur Geld aus, welches ihr in der Tasche habt. Macht euch unabhängig. Lasst euch nicht an Banken binden!

Natürlich mag es Dinge geben, bei denen Kredite Sinn machen (z.B. bei einem Hauskauf) oder sich nicht vermeiden lassen, zum Beispiel geht das Auto plötzlich kaputt. Beim Auto kann man sich natürlich auch wieder streiten. Tendenziell kaufe nur ein Auto, welches du bezahlen kannst.

Mein Rat an euch, spart euch lieber eine vernünftige Summe auf eurem Tagesgeld Konto an. Dieser Puffer hilft euch, nicht gleich in einen Kredit flüchten zu müssen, siehe hierzu auch meine 5 Fragen.

Kredite werden heute massiv beworben. Überall wird man mit „sagenhaften“ Krediten gelockt. Man bekommt Werbepost nach Hause geschickt, man müsse nur eine Nummer anrufen und hat SOFORT 5000 Euro zur freien Verfügung auf dem Konto. Du kannst heute Urlaube auf Pump machen. Sogar der Wasserkocher bei Otto lässt sich auf Raten einkaufen. Wie pervers ist das denn Bitte 🙂

Kurzum, man wird von allen Seiten fast schon genötigt, sich zu verschulden.

Die Kreditfalle

Mit Krediten begibst du dich in eine Falle. Natürlich kann man nichts dagegen sagen, wenn man mal eine 0%-Finanzierung mitnimmt.
Die Gefahr ist, dass man sich an das schnelle Geld gewöhnt. Den Fernseher finanzieren. Ach das ging ja schnell und einfach.
Ach dann nehme ich noch das neue iPhone und ich wollte schon immer diese tolle Uhr. Und Zack, hat man bereits 3 Kredite am Laufen. Und dann kommt noch einer und noch einer und noch einer …
Man beginnt sich damit unter Druck zu setzen. Die monatlichen Raten müssen aufgebracht werden und schnell kann man den Überblick verlieren und man sitzt im Teufelskreis.

Summieren sich die Kredite, können die monatlichen Raten schnell unübersichtlich und gefährlich werden.

Viele argumentieren immer mit, ach das sind ja nur 12 Monatsraten. Ja, aber 12 Monate können lang sein, sehr lang sogar. Was ist mit deinem Sommerurlaub, der nächsten Inspektion vom Auto oder den Weihnachtsgeschenken für die Kinder?
Mit jedem Kredit wird dein monatlich verfügbares Geld minimiert.
Du musst die Raten zahlen können, komme was wolle. Du nimmst dir damit deine Freiheiten selbst über dein Geld zu verfügen.

Von daher lass die Finger am besten von allen Krediten. Auch den 0% Krediten. Auch wenn du es Bar kaufen könntest. Kauf es einfach und zahl es gleich. Die Raten, die du dir ersparst legst du einfach auf dein Tagesgeldkonto oder in einen ETF Sparplan. Hier bist du flexibel und wirst am Ende mehr in der Tasche haben.

Kredite – Der Mythos vom schnellen Geld

Eine weitere Gefahr der Kredite ist, dass du dein Gehirn auf schnelles Geld trainierst. Am Anfang ist der Kredit noch kostenlos. Bei der nächsten Anschaffung stört dich dann der 1%-Zins nicht mehr und beim nächsten Autokauf zahlst du 5,99%. Warum? Weil du es mittlerweile gewohnt bist.

Kredite blenden dich und locken dich mit tollen Versprechungen wie:

  • schnelles Geld
  • flexibler Einsatz
  • Befriedigung des Konsumgedankens

Beachte bitte: Geld wächst nicht auf Bäumen

Und genau hier liegt der Hund begraben. Es gibt kein schnelles Geld. Das ist der größte Mist, der den Leuten verkauft wird. Für uns Bürger wächst Geld nicht auf Bäumen und wir können es uns nicht selbst ausdrucken.
Geld müssen wir verdienen. Egal ob durch Arbeit, durch Investments, durch Spekulation, wie auch immer. Es muss verdient werden.
Geld fällt nicht vom Himmel.
Und genau das versuchen uns die Banken und die Werbung zu verkaufen. Die Lüge vom schnellen Geld.


Kredite vermitteln ein völlig falsches Bild von Geld und vor allem, von dem Wert des Geldes. Es wird suggeriert, dass Geld immer und überall in Mengen verfügbar ist. Die Leute lernen nicht mit Geld umzugehen, die Überschuldung droht und damit entsteht ein Teufelskreis.

2,05 Millionen Haushalte in Deutschland waren 2015 verschuldet, FAZ.net. 4,17 Millionen Menschen sind direkt davon betroffen. Die Gründe mögen vielfältig sein (Harz4, Mindestrende, 1-Euro Job,…) aber sicherlich spielt der Konsumdrang über Kredite hier seine Rolle mit.

Unterschätze auch du nicht die Gefahr dich zu überschulden. Kredite vermitteln dir das Gefühl, dass du dir Dinge leisten kannst, die du vorher nicht konntest. Und du solltest dich Fragen, warum konntest du dir die Sache ohne Kredit nicht leisten?

Die Autokredite – eine beliebte Falle

Nehmen wir an du hast eine Familienkutsche gefunden. Einen Van. Der Van ist knapp 4 Jahre alt, hat 100.000 km auf der Uhr, ein 2 Liter Diesel mit super Ausstattung. Kostet 15.000,00 Euro. Das Geld hast du aber nicht.

Zu deinem Glück ist der Autohändler ein echt netter Typ. Ein total lustiger Kerl, der dir sogar Kaffee angeboten hat.
Weil du dich so gut mit ihm verstehst, hat er dir eine 3-Wege Finanzierung (auch Ballonfinanzierung genannt) angeboten. Das Beste ist, du musst keinen einzigen Cent anzahlen. Du kannst den Wagen sofort mitnehmen, musst nur eben unterschreiben.

153,54 Euro musst du pro Monat zahlen. Ein Witz, denkst du. Lächerlich. Fast geschenkt für so ein Auto. Da sieht der effektive Jahreszins von 6,50% gerade zu niedlich aus.

Die Schlussrate und die Nebenkosten

Was irgendwie völlig unterging, war die Schlussrate von 8.500,00 Euro. Aber hey, die ist erst in 4 Jahren fällig. Wer weiß schon, was in 4 Jahren ist.

Du freust dich und fährst vom Hof. Bei 120.000km steht eine große Inspektion auf dem Programm. Die Bremsen sind komplett durch. 600 Euro. Das DSG Öl muss gewechselt werden, 250 Euro. Ölwechsel – 90 Euro. Blinker hinten geht nicht und die Klimaanlage gibt ein komisches Pfeifen von sich.
Schöne Scheiße denkst du. Woher nun die 1000 Euro nehmen?
Zu Hause grübelst du, wie du das Geld zusammen bekommst, da flattert ein Brief mit der KFZ Steuer ins Haus. Ganze 332,80 Euro. Shit, das hatte der Verkäufer so gar nicht erwähnt.
Und du musstest schon bei der Vollkaskoversicherung schwer schlucken.

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Was die meisten ebenfalls nicht verstehen ist, dass du in den 4 Jahren nicht dein Auto finanziert hast, sondern nur einen (kleinen) Teil davon.
In den 4 Jahren ging es nämlich nicht um das gesamte Auto, sondern um gerade einmal 6.500,00 Euro. Nach 4 Jahren hast du an die Bank 7.368,77 Euro zurückgezahlt und schuldest der Bank trotzdem noch 8.500,00 Euro. Das ist nach 4 Jahren immer noch mehr als die Hälfte deines ursprünglichen Kaufpreises.
Du hast nun ein Auto, das knapp 8 Jahre alt ist und vom Tacho wahrscheinlich jenseits der 150.000 km Marke. Es ist nicht unwahrscheinlich, das demnächst größere Reparaturen anstehen. Zudem Laufen Steuern und Versicherungen jährlich, wie gewohnt, weiter.

In Gedanken bist du schon beim nächsten Auto. Dass du noch 8.500,00 Euro vor dir liegen hast, hattest du verdrängt.

Ich hoffe, du siehst, dass der erste Schein immer trügen kann. Nur weil du dir die monatliche Rate leisten kannst, heißt das nicht, dass du dir das Auto leisten kannst.
Was ist mit Steuern und Versicherung? Am besten noch auf die Vollkasko verzichten, man muss ja sparen.
Was ist mit Reparaturen? Neuen Reifen?
Was mit dem Restwert?

Fazit

Du siehst, Kredite verführen dich nicht nur, sie blenden dich auch. Ein kleiner Kredit hier und ein kleiner dort und schon bist du in der Mühle drin. Lass dich nicht verführen. Spare Geld und kaufe es dir dann, wenn du es dir leisten kannst.

In dem Buch „Rich Dad Poor Dad“ geht es unter anderem um die Frage, warum bleiben Arme arm und Reiche reich? Weil es wichtig ist, zu lernen und zu verstehen, wie man mit Geld umgehen muss. Kredite zu vermeiden ist ein Punkt. Ich kann dir das Buch nur wärmstens empfehlen.

Zudem hat das Sparen einen tollen Nebeneffekt. Du fängst an dir Gedanken zu machen. Zum Beispiel du sparst seit 6 Monaten auf das neue Tablet in bester Ausstattung. Fast 700 Euro kostet das Teil.

Nach dem halben Jahr hast du das Geld zusammen und so ganz plötzlich kommt da ein Gedanke „Mensch, in 6 Monaten kommt das neue Modell“. Soll ich warten? Und 700 Euro, puh, ist schon viel Geld. Jetzt habe ich so lange gespart, soll ich das wirklich für das Tablet ausgeben? Eigentlich hab ich ja ein gutes Smartphone. Brauch ich das Tablet wirklich? Was würde ich mit dem Tablet machen? Kann ich das nicht auch alles schon mit meinem Smartphone?

Das ist jetzt wirklich nicht nur so da hingeschrieben. Das ist wirklich so. Wenn man das Geld anfängt zu sparen, fängt man an, ganz anders über Konsumgegenstände nach zu denken. Mit dem Geld sparen, fängt man an, den Wert des Geldes zu schätzen. Nicht das ich nichts konsumieren würde. Aber ich würde sagen, man konsumiert gezielter und überlegter.

Wie stehst du zu Krediten?

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4 Gedanken zu „Warum Kredite so gefährlich sind!

  • 25. Mai 2017 um 13:38
    Permalink

    Ich lass mir auch keine Kredite mehr aufschwatzen. Mein letztes Auto habe ich gebraucht geholt und Bar bezahlt.
    Bin ganz deiner Meinung!

    Antwort
  • 26. Mai 2017 um 12:08
    Permalink

    Unterschreibe ich alles, sehr schön dargestellt und vorgerechnet!
    Ich würde allerdings die etwas differenziertere Überschrift „Warum „Konsum“-Kredite so gefährlich sind“ wählen. Für fremd-vermietete Immobilien zum Beispiel sieht die Sachlage unter Umständen etwas anders aus.

    Antwort
    • 26. Mai 2017 um 13:24
      Permalink

      In der Tat hätte ich die Überschrift etwas weniger reißerisch formulieren können. Wie du richtig aufzeigst, gibt es Konstellationen, wo Kredite wichtig sind. Mir ging es mehr um die zahlreichen Konsumkredite die überall angepriesen werden.
      Danke für dein Feedback!

      Antwort

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